Versprochen ist Versprochen
Als Dino Fabrizzi kann Mourad wahrlich nicht klagen. Privat wie beruflich läuft alles reibungslos. Mit seiner Freundin Hélène (Valérie Benguigui) ist er glücklich liiert, als bester Verkäufer eines Autohauses für italienische Nobelkarossen kann er als designierte Nachfolger seines Chefs Charles (Roland Giraud) gelten. Durch sein Doppelleben laviert sich Mourad mit schlafwandlerischer Sicherheit. Während er seiner Familie in Marseille an den Wochenendbesuchen vorgaukelt, seiner Profession als Autohändler im fernen Rom nachzugehen, gibt er Hélène und den Kollegen in Nizza werktags den Vollblutitaliener. Das Spiel mit den Identitäten gerät erst ins Stocken, als eine Facette seiner alten Identität Mourad unerwartet vor Probleme stellt.
Als sein Vater Mohamed (Sid Ahmed Agoumi) einen Herzinfarkt erleidet, verspricht ihm Mourad, an seiner statt Ramadan zu halten. Das Religiöseste an Mourad ist jedoch das goldene Kruzifix, das er sich in seiner Rolle als Dino jeden Tag um den Hals hängt. Sein letzter Ramadan liegt über 30 Jahre zurück. Das Fasten macht es Mourad nicht leicht, seine Rolle als Lebemann Dino aufrechtzuerhalten. Dass Mourad dennoch daran festhält, wird recht lose motiviert. »Denk daran, ein Versprechen, das man seinem Vater gibt, ist etwas ganz Besonderes«, ruft Ahmed dem Zuschauer die Motivation zur Erklärung ins Gedächtnis. Während Hélène in der Folge an Dinos plötzlicher Enthaltsamkeit verzweifelt, führen der Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug zu humorvollen Verwicklungen auf beruflicher Ebene. Als der Film die Schlagzahl der Komplikationen leicht erhöht, fällt Mourads Kartenhaus schließlich in sich zusammen.