Der Grammatik müssen selbst Könige sich beugen. Wie recht Molière mit seinen Worten hatte, weiß Bertie aus bitterer Erfahrung. Seit seiner Kindheit leidet er unter schwerem Stottern. Vor anderen Menschen zu sprechen, ist ihm unangenehm, eine Rede zu halten, ist ihm eine Qual. Ausgerechnet dies steht Bertie in Tom Hoopers Drama bevor. Vor der ganzen Welt soll er die Stimme erheben – seine Stimme, die ihm nicht gehorchen will.
Die Aufgabe, The King’s Speech zu halten, fällt Bertie (Colin Firth) durch eine fast groteske Verflechtung von Glück und Unglück zu. Sein großer Bruder Edward (Guy Pearce) verzichtet aus Liebe zu der Geschiedenen Wallis Simpson (Eve Best) auf den Thron. Nach dem Tod George III. (Michael Gambon) muss Prinz Albert ihn besteigen. Das Grauen einer offiziellen Ansprache ist ihm von seiner desaströsen Rede zur Eröffnung der Empire-Ausstellung noch in schlechter Erinnerung. 1939 muss er den Ohren der Bevölkerung Großbritanniens und der Welt verkünden, dass England in den Krieg ziehen wird. Die Inspiration zu seinem zurückgenommenen Historienfilm findet Tom Hooper an einem historischen Nebenschauplatz. Mit sanfter Ironie und Zärtlichkeit erzählt er von einem stillen Drama am Rande einer skandalösen Liebe, von einem persönlichen Kampf am Rande eines Weltkrieges, einem öffentlichkeitsscheuen Menschen in einer Zeit neuartiger Massenmedien.