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Freitag, 25. Mai 2012 | 04:36

Florian Cossen: Das Lied in mir

13.02.2011

Hochemotional

Maria (Jessica Schwarz) hört bei einer Zwischenlandung in Buenos Aires ein spanisches Kinderlied, erkennt es wieder und kann es mitsingen – aber Maria hat nie Spanisch gelernt ... Von SEBASTIAN WANNER

 

Sie bleibt länger in Argentinien und entdeckt immer mehr Bekanntes – wie aus einer anderen Zeit. Es beginnt eine Reise durch Marias argentinische Kindheit, von der sie nichts wusste, eine Kindheit im Bürgerkrieg. Als Marias Vater (Michael Gwisdek) von dieser Reise erfährt, fliegt er ihr nach und versucht sie von ihrer Vergangenheit abzuschirmen.

 

In seinem Spielfilm-Debüt Das Lied in mir erzählt Florian Cossen eine argentinische Geschichte aus deutscher Perspektive und eine deutsche Geschichte in Argentinien. Sehr bewusst bezieht er keine inner-argentinischen Konflikte – sie werden angedeutet, aber nicht ausgeführt. Cossen gelingt es so, einen spannenden und relevanten Film über den argentinischen Bürgerkrieg zu machen ohne anmaßend zu werden.

 

Die deutsche Geschichte ist ein Familiendrama. Es handelt von Adoption, von Lügen und davon, ob Verzeihen möglich ist. Die argentinische erschließt sich erst nach und nach. Es geht um Einzelschicksale einer Bevölkerung, die vom Bürgerkrieg gezeichnet ist. Das Lied in mir erzählt all dies und ist doch nie überladen, da das enorme Konfliktpotenzial in wenigen Personen untergebracht und der Handlungsfaden wieder und wieder wieder für sehr stimmungsvolle Sequenzen unterbrochen wird – immer ist klar: Der Film taucht ein in Buenos Aires, erzählt nur einen winzigen Ausschnitt und verliert dabei, bei aller Tragik, die Schönheit der Stadt nie aus dem Blick. Schon die Eingangssequenz zeigt dies: Es gleiten sanfte Wellen über die Hubschrauberaufnahmen der Stadt.

 

Der Film ist hoch emotional. Nachdenklichkeit führt zu Wut und Trauer im Schauspiel bei Jessica Schwarz, Unsicherheit zu Angst und Einsamkeit bei Michael Gwisdek. Maria geht Schwimmen, um mit ihren Gefühlen fertig zu werden, geht raus und durchforscht ihre Vergangenheit. Ihr Vater sitzt im Hotel und wartet. Er kennt die Geschichte.

 

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