Konturlos
Den zweiten Part seiner cineastischen Schlafkrankheit beginnt Köhler mit schleppenden Konversationsszenen zischen dem jungen Arzt Alex Nzila (Jean Christophe Folly) und dessen Kollegen an einem Pariser Institut, das Veltens Projekt evaluieren soll. Vage scheint es, der kamerunische Familienhintergrund solle den gebürtigen Franzosen Nzila als Spiegelbild des zwischen zwei Welten gefangenen Velten etablieren. Doch die Parallelen der Figuren bleiben zu dünn für einen psychologischen Subplot. Dramaturgisch bleibt der durch das Heimatland seiner Vorfahren wie ein Fremder irrende Nzila ein Schemen. Noch konturloser als er wirkt der veränderte Velten, der im Dschungel zu einem Schatten seiner selbst geworden ist. Niemals habe er so werden wollen, bekennt er gegenüber Nzila einmal während einer nächtlichen Jagd am Lagerfeuer. Ob sich seine Worte auf den Arzt selbst oder seinen Begleiter Gaspard (Hippolyte Girardot) beziehen, bleibt unklar.
Gaspar, Vera, Helen, Nzila - seine zahlreichen Charaktere führt das müde Drama nur ein, um sie unbegreiflich ins Nichts verschwinden zu lassen. Dorthin folgt als letzter auch Ebbo Velten. Statt seiner tritt ein Nilpferd aus dem Urwald. Ob sein Hauptprotagonist in Tiergestalt nun eins mit dem Dschungel ist, vermag Köhler nicht zu sagen. Wer das Nilpferd sei, sagt der Regisseur, wisse er nicht: »Leider hatte ich keine Gelegenheit es zu fragen.«
