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Freitag, 25. Mai 2012 | 04:42

Winter´s Bone - ab heute im Kino!

31.03.2011

Kälte in Missouri

Es ist eine große Verantwortung, die Ree tragen muss. Gemeinsam mit ihren beiden jungen Geschwistern und der schwer kranken Mutter lebt die 17-jährige in Missouri, im mittleren Westen der USA. Die Familie hat finanzielle Sorgen, das Essen ist oft knapp. Ree bringt ihrem 12-jährigen Bruder das Schießen bei, bald soll er helfen, sich um das Essen zu kümmern. von SEBASTIAN WANNER

 

Es ist Winter in der Provinz – und es ist kalt. Es ist die Kälte, die diesen Film dominiert: Die Menschen sind dick angezogen, man kann ihren Atem sehen. Blau ist die prägende Farbe der Filmbilder. Und die Beziehungen zwischen den Dorfbewohner sind roh und stark unterkühlt.

In dieser Situation hat sich Ree mit ihrer Familie so gut es geht eingerichtet, doch dann kommt der Schicksalsschlag, der alles, was gerade noch erträglich war, fortreißt. Der Vater ist nicht zu seinem Gerichtstermin erschienen. Er ist in Drogengeschäfte verwickelt, wurde verhaftet und gegen eine Kaution freigelassen. Als Sicherheit hat er das Haus und das Land der Familie hinterlegt.

 

Aufblitzen von Mitgefühl und Nähe

Ree, gespielt von Jennifer Lawrence, macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, versichert sich und der Polizei, sie werde ihn finden. Bei ihrer Suche schlägt ihr die ganze Kälte ihrer Mitmenschen entgegen. Alle scheinen in den Fall verwickelt zu sein, keiner will reden. Ree wird immer wieder unmissverständlich gewarnt und brutal an ihrer Suche gehindert. Sie hat Angst, lässt aber trotzdem nicht locker. Sie hat die Verantwortung für die Familie und muss ihren Vater finden – tot oder lebendig.

 

Tränen der Verzweiflung und der Wut, Tränen des Schmerzes. Ree ist extremen Gefühlslagen ausgesetzt. Und Jennifer Lawrence gelingt es, das Spannungsfeld dieses Gefühlschaos aufrecht zu erhalten. Sie spielt einen aufgeweckten aber ungebildeten Teenager, der sich wehrt und für seine Familie aufopfert.

 

Es sind kleine Szenen, die immer wieder den Blick auf Situationen lenken, in denen die Menschen in dieser rauen Gegend Mitgefühl zeigen und Nähe zulassen. Häufig ist es die Musik, die den weichen Kern kurz aufblitzen lässt. Es sind Szenen der Hoffnung, in einer ansonsten trostlosen Geschichte.

 

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