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© The Walt Disney Company © The Walt Disney Company

Walt Disney: Three little pigs

07.04.2011

The Wolf at the Door

Mickey Maus war der Star der Anfangszeit. Aber er war zu nett. Jack Hanna, der selbst für die Disney-Studios zeichnete, wusste es. Bis 1933 hatte die Maus gut gebrüllt. Nun schlug die Stunde des Schweins. Zugegeben, sie waren in der Überzahl. Three little Pigs gegen eine Maus. Und die Moral fletscht die Zähne vor dem Haus. »Who´s afraid of the big bad Walt?«, fragt LIDA BACH.

 

Auf den ersten Blick scheint das gerade 8-minütige Abenteuer der Three little Pigs eine hübsche Nostalgie am Rande des Disney-Kanons. Der Dreißiger sah das anders. Lief der angekündigte Animationsfilm nicht vor dem Hauptfilm, randalierte das Publikum. Oft stand der Cartoon-Titel über dem des Spielfilms. Die üblichen Kurzfilme und früheren Folgen der Silly symphonies blieben wenige Wochen in den Kinos. Three little Pigs lief und lief. Die drei kleinen Schweinchen marschierten auf ihrem Siegeszug hartnäckiger als das Häschen mit der Duracell-Batterie.Walt Disney selbst rätselte über ihren phänomenalen Erfolg. Dass er ihn mit dem gleichen Schema unendlich oft wiederholen konnte, begriff der versierte Geschäftsmann dafür instinktiv.

 

»Katzen blicken auf uns herab, Hunde sehen zu uns auf. Schweine begegnen uns auf Augenhöhe.« (Winston Churchill)

Three little Pigs ist der Prototyp der klassischen Disney-Filme, der alle typischen Merkmale in sich vereint. Wie bei nahezu jedem Werk der Zeichentrickklassiker-Reihe war Disney der Mann im Hintergrund. Den Film selbst hat er weder geschrieben, noch gezeichnet, noch konzipiert. Disney produziert und gibt seinen Namen. Beides wird durch den Kinoerfolg noch größer und die Endlos-Spirale schraubt sich hoch. Als der abendfüllende Schneewittchen und die sieben Zwerge fünf Jahre später die Meisterwerke-Reihe des Studios eröffnet war Disneys Name längst zur Marke geworden. Unter Walt Disneys Gedankenkindern beansprucht Mickey Maus in Steamboat Willie den Platz des Erstgeborenen. Obwohl er weder der erste Tonfilm (The Jazzsinger), noch Zeichentrickfilm (Gertie the Dinosaur), Zeichentrick-Tonfilm (My Old Kentucky Home), Disney-Film (Pilotfilm zu Newman Laugh-O-Gram) oder ersterer Mickey-Maus-Film ist.

 

Mickey Maus hat einen Stern auf dem Walk of Fame. Die Schweinchen haben nicht einmal richtige Namen. Dafür haben sie Instrumente. Als erster Zeichentrickfilm lockt Three little Pigs mit der Kombination von Gesang, Musik und gesprochenen Dialogen, die zur Standardingredienz der Studioproduktionen wurde. Seine Charaktere sind so farbig wie die detaillierten Animationen. Über einem Bild mit Würstchen im Schweine-Haus steht »Father«. Nicht jeder Daddy war ein Rolling Stone. Wie alle typischen Disney-Werke verbirgt Three little Pigs ironische Seitenhiebe sorgfältig in den Bildern, wie alle propagiert er ein simples Gut-Böse-Schema. Und wie alle verfügt er über eine Moral.

 

Fifer Pig und Fiddler Pig sind nicht nur Ferkel aus einem Wurf, sondern Brüder im Geiste, fröhlich wie die namensgebende Querpfeife und Fiedel, die sie spielen. Practical Pig spielt kein Instrument. Practical Pig spielt überhaupt nicht mit.

 

»I have no chance

To sing and dance

For work and play don't mix«

 

Fiddler Pig und Fifer Pig singen, wie ihnen die Schnauze gewachsen ist. Practical Pig singt ein Loblied auf Fleiß, Pflichtbewusstsein und Familiensinn. Eigenschaften, durch die sich auch seine Nachfolger im Disney-Universum auszeichneten. Vermutlich wäre es verbrämt, den harmlosen Cartoon als Parabel auf die Depressionsära zu sehen. Doch zwei leichtlebige Tänzer, die plötzlich ohne Heim dastehen, die auf der Suche nach Zuflucht umher jagen und bitter lernen, dass nur harte Arbeit sich auszahlt, während ein heimtückisches Untier alle zu verschlingen droht... Was würde Freud dazu sagen?

 

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