Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 04:47

Whip it! - ab heute im Kino!

05.05.2011

Riot Grrrls!

»Let´s celebrate mediocricy!«, heißt es in Whip it! einmal. Drew Barrymores Regie-Debüt bietet dazu die ideale Gelegenheit. Whip it! ist alles und nichts, auch was die Filmqualität angeht. LIDA BACH sah die Rollschuh-Rebellinnen im Kino.

 

»Also, bist du alternativ oder so was?«, fragt eine Altersgenossin die schüchterne Bliss (Ellen Page). Alternativ sein ist eine schwierige Angelegenheit in Whip it!. »Alternativ zu was?«, lautet die Gegenfrage der Hauptfigur, die der Film mit einem Ausrufezeichen beantwortet: Whip it!

 

Übersetzt bedeutet der Titel soviel wie »eine Menge anheizen«. Das versuchen Iron Maven (Juliette Lewis), Smashley Simpson (Drew Barrymore) und ihre Teamkolleginnen der »Hurl Scouts«, indem sie sich in Kostümen irgendwo zwischen Achtziger-Jahre-Biker-Klamotten und Fifties-Retro-Chic auf der Rollschuhbahn drängeln. Die Regeln: Wer alle wegdrängelt, hat gewonnen. Oder so ähnlich. Wichtiger als Sportregeln zu kennen ist in Whip it! jedoch die Regeln des Lebens zu lernen. In konservativen Mainstream-Film heißt das, sich für die Gemeinschaft (das Team) engagieren, einen festen Partner finden, endlich Respekt und Verständnis für die Eltern finden - und mehr auf sein Aussehen zu achten.

 

With the glasses? Just one of the girls ... But take them off and she´s the hottest chick in town!

Bliss entdeckt ihr verborgenes Talent für Roller Derby, wird zum neuen Poster-Girl des Teams, und verliebt sich in den Sänger einer Boy-Band, gespielt von Landon Pigg, dem realen Sänger einer Boy-Band, die angestrengt versucht alternativ zu sein. Alternativ zu was? Eine Alternative zumindest für die Zuschauer, denen Rollerball zu systemkritisch war, denen Unholy Rollers zu aufreizend war, Bay City Bomber zu unromantisch und The Fireball zu schwarz-weiß.

 

 

In Karate Kid und ähnlichen Werken mit männlichen Hauptprotagonisten geht es um Sieg oder Niederlage und den Triumph über den ärgsten Konkurrenten, der gleichzeitig der persönliche Gegenspieler ist. In der Damenliga ist Gewinnen im wahrsten Sinne zweitrangig. Ob beim Baseball (Eine Klasse für sich), Cheerleading (Girls United) oder dem Roller Derby in Whip it!: Die Heldinnen landen auf dem zweiten Platz und jubeln darüber als sei es der erste.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...