Der hohe Stacheldrahtzaun, der das Lager umgibt, scheint nicht unüberwindbar, aber dahinter lockt keinesfalls die Freiheit. Ganz Sibirien ist euer Gulag, bläut ein Vorsteher den Häftlingen ein und versucht so jeden Gedanken an Flucht im Keim zu ersticken.
Dass das nicht funktioniert, sondern die Unmöglichkeit des Unterfangens nur dessen Reiz erhöht, zählt zu den Gesetzmäßigkeiten des Genrekinos, denen sich der australische Regisseur Peter Weir mit der Verfilmung der historisch nicht verifizierten Lebenserinnerungen des ehemaligen polnischen Leutnants Slawomir Rawicz in The Way Back einmal mehr verschrieben hat. Der Held, der sich dieser »mission impossible« stellt, ist der Pole Janusz (Jim Sturgess), ein herausragender Orientierungskünstler, den der unbedingte Wille antreibt, zu seiner geliebten Frau zurückzukehren, die ihn unter Folter der Kollaboration bezichtigte. Als er in einer stürmischen Nacht durch den Zaun schlüpft, wird er begleitet von einem älteren Amerikaner, dem schweigsamen, tapferen Mr. Smith (Ed Harris), und dem skrupellosen Berufsverbrecher Valka (Coln Farrell). Ergänzt wird das solide dargestellte Trio durch drei weitere, bis zum Schluss eher gesichtslose Gefangene. Unterwegs gesellt sich ihnen noch eine junge Ausreißerin (Wer ist Hanna?-Darstellerin Saoirse Ronan) hinzu, die für weiblichen Flair sorgt.