Der Stern von Monte Carlo
All dies finden Grace (Selena Gomez), Meg (Leighton Meester) und Emma (Katie Cassidy) im Übermaß, nachdem Grace mit der prominenten Cordelia (Selena Gomez) verwechselt wird. In der Rolle der reichen Erbin tauscht Grace mit Meg und Emma als Entourage die schäbige Pariser Herberge gegen ein Luxushotel in Monte Carlo und nimmt an exklusiven Spendenveranstaltungen teil. Alles nur, damit Schulen für die armen Kinder in Rumänien gebaut werden. Während der brave Humor schon verendet, bevor er die flache Handlung transzendiert, amüsiert der besorgte Unwille, mit dem die bambi-äugige, Gandhi zitierende Grace sich Designergarderobe und Galabällen aussetzt und – damit nicht der geringste Zweifel an ihrer charakterlichen Reinheit aufkommt – ausruft, niemand habe hier Spaß. Bitter wahre Worte für das Kinopublikum, dass Grace Gefühle gegenüber den platten Figuren teilt: »Was immer ihr seid: Hört auf es zu sein!«
Abgesehen von der herrischen Cordelia und einem arroganten Verehrer Emmas stellt die Casino-Stadt in Sachen Gutmenschentum jede Rot-Kreuz-Gala in den Schatten. Die Superreichen geben gern zwei, drei oder auch fünf Millionen für arme Kinder und Klassendünkel kennt weder der französische Elitespross Theo (Pierre Boulanger), der Grace den Hof macht, noch der australische Backpacker Riley (Luke Bracey), der Meg umschwärmt. Das liberale Air indes ist so unecht wie das aus Panoramaaufnahmen und Postkartenansichten zusammengestückelte Szenario, für das die Filmcrew vermutlich nie über den Hinterhof des Produktionsstudios hinauskam. Für ihre harmlosen Vergnügungen werden die jungen Heldinnen mit einer Lektion in moralistischer Bigotterie bestraft. Meg lernt die Träume ihrer verstorbenen Mutter zu erfüllen, Grace muss beim Schulaufbau in Rumänien Buße tun und Emma muss als einzige Nicht-Privilegierte unter den Figuren lernen, dass ihr Platz an der Seite ihres High-School-Schwarms im heimatlichen Texas ist.
Natürlich würde nicht Grace Kelly in einer Szene auf dem Fernsehbildschirm im Hotelzimmer der Protagonistinnen mit Cary Grant Über den Dächern von Nizza flirten, wenn nicht Selena Gomez namensverwandte Filmfigur auch ihren Traumprinzen bekäme. Zwischen Unglaubwürdigkeit und Kongruenz findet Plötzlich Star die perfekte Balance. Je unwahrscheinlicher ein Ereignis ist, desto eher widerfährt es dem Touristinnen-Trio. Die skurrile Komik, welche die vorhersehbaren Plot-Volten generieren, rettet die verkrampfte Liebeskomödie nicht vor dem Absturz ins Sommerloch. »Ganz allein hab ich es geschafft, die mieseste Städtereise zu buchen«, ruft Grace einmal. Die Kinobesucher bestätigen das gern.