Angry old Man
Gemessen und ohne falsche Nachsicht beobachtet Considine die Wut, die aus seinen Figuren hervorbricht wie Eiter aus einem Geschwür. Selbst die ruhigen Szenen sind durchdrungen von Angriffslust, die seine Figuren ausdünsten. Kühl und feindselig begegnet ihnen die Welt der stillen Elegie, mit Verbitterung und Rohheit zahlen es die Figuren ihr heim. Die taktvoll aus Suggestionen und Andeutungen komponierten Bilder erschüttern, nicht, indem sie gängige Gewaltinszenierungen zu übertrumpfen versuchen, sondern weil Zorn und Schmerz in ihnen unmittelbar auftreten, ungefiltert von Rationalisierung oder einen sublimierenden Sinn.
Tyrannosaur ist ein düsteres Requiem auf eine Seele, die jenseits von Vergebung scheint und dabei schmerzhaft menschlich bleibt. Mit anatomischer Präzision seziert Considine die Spielarten der Brutalität, ohne pauschale Erklärungen oder Rechtfertigungen dafür zu konstruieren. Die zaghafte Annäherung der von den Akteuren erschütternd lebensnah gespielten Figuren ist keine segenspendende Gloriole, nur ein Irrlicht gegen das Schmerzliche des Lebens, das Tyrannosaur zeigt: in all seiner profanen Grausamkeit und traurigen Schönheit.
