Männerherzen
What a Man soll der moderne Mann sein? Ein sexueller Extremsportler wie Nachbar Jens (Thomas Kretschamnn) eine Etage höher, mit dem sich Alex Noch-Freundin Caroline (Mavie Hörbieger) statt seiner vergnügt? Ein unaufrichtiger Weltverbesserer, der die Umwelt rettet, indem er seine zum Schutz der Pandas bekehrt wie Neles Noch-Freund Etienne? Oder wollen Frauen von Männern umgehauen werden wie eine finnische Hartfichte, die Alex bei einem Selbstfindungskurs des Männer-Coachs Volker (Milan Peschel) fällen soll, und stehen auf muskelbepackte Rohrverleger, wie den Kerl auf dem Macho-Werbeplakat eines Heimwerker-Geschäfts, der Aex zu verhöhnen scheint? Die Antwort auf die Frage, um die Alex Gedanken und die Filmhandlung kreisen, liegt wenig überraschenderweise so nah: neben ihm im Bett, wo nach einem allzu innigen Freundschaftskuss Nele landet.
Der flache Humor und der Mangel an romantischer Chemie zwischen den Darstellern ist das größte Problem des Plots. Um das romantische Dilemma glaubhaft zu machen, ist Alex einfach zu makellos. Er ist verständnisvoll, gutaussehend und so reich, dass er sich spontane Flüge nach China leisten kann. In einen solchen muss er steigen, um Nele wiederzusehen. Die will dort mit Etienne für die Umwelt kämpfen, wie Alex es für seine Liebe tun muss, wenn die aufkeimende Beziehung zu Nele und die Pandas gerettet werden sollen.
68 zu 32 schätzt Alex den Prozentsatz von guten und schlechten Momenten mit Caro. In der Zuschauerbeziehung zu What a Man steht es bedeutend schlechter. »Scheiße!«, entfährt selbst einem harten Holzfäller wie Volker. Wie man in den Kinosaal hineinruft, so schallt es heraus, auch wenn die triviale Romanze dank spielfreudiger Darsteller nicht auf das Niveau der Werke Schweigers und Ulmens sinkt, bleibt cineastisch das Fazit, das der Film dialogisch vorgibt: »Das war so eine Blamage. Ich hätte einfach zu Hause bleiben sollen.«