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Freitag, 25. Mai 2012 | 05:07

What a Man - ab heute im Kino!

25.08.2011

Mann-o-Mann

»Schön, dass du dich überwunden hast«, sagt sie auf dem Nebensitz. »Überwunden? Du hast mir eine Tablette gegeben!« Und während Alex´ von Angstschweiß nasse Hände sich in die Sessellehne krallen, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Das Flugzeug, indem er mit seiner Freundin sitzt, stürzt ab, genau wie nach dem Erwachen seine Beziehung zu der unausstehlichen Giftnudel Caro. Der 30-jährige Grundschullehrer (Matthias Schweighöfer) landet mitten in der Midlife Crises, die bei ihm die Form einer Man-Life-Crises annimmt. Mit den angeblichen traditionellen türkischen Weisheiten seines Kumpels Okker sucht Alex nach dem wahren Mann ins sich, ohne überhaupt zu wissen, was einen »wahren Mann« ausmacht. Von LIDA BACH

 

Die Anfangsszene wirkt wie eine Parabel auf das Szenario, das sich in den Kinos anzubahnen scheint, wenn Schweighöfer als Regisseur, Drehbuchautor, Co-Produzent und Hauptdarsteller von What a Man in die Fußspuren Till Schweiger tritt.

 

»Spaß haben, ist so wichtig«, betont Alex Kindheitsfreundin Nele (Sibel Kekilli), doch gerade daran mangelt es der konventionellen Beziehungskomödie um die ewigen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen und die traditionelle Filmweisheit, dass beide nicht Freunde sein können. Er soll etwas Intelligentes sagen, rät Okker seinem Kumpel: »Nee - was Witziges!« Weder noch. Dass er »spießig sein kann«, wie Neles es von ihrem Traummann wünscht, trifft auf ihn zu, »dass er Humor hat« nicht. Die spärlichen Gags erschöpfen sich in kuriosen Liebespraktiken. Die einen schwingen in der Lustschaukel, währen die anderen den Partner mit Brownies beschmieren, bevor sie beide vernaschen. Aber bitte mit Sahne!

 

Männerherzen

What a Man soll der moderne Mann sein? Ein sexueller Extremsportler wie Nachbar Jens (Thomas Kretschamnn) eine Etage höher, mit dem sich Alex Noch-Freundin Caroline (Mavie Hörbieger) statt seiner vergnügt? Ein unaufrichtiger Weltverbesserer, der die Umwelt rettet, indem er seine zum Schutz der Pandas bekehrt wie Neles Noch-Freund Etienne? Oder wollen Frauen von Männern umgehauen werden wie eine finnische Hartfichte, die Alex bei einem Selbstfindungskurs des Männer-Coachs Volker (Milan Peschel) fällen soll, und stehen auf muskelbepackte Rohrverleger, wie den Kerl auf dem Macho-Werbeplakat eines Heimwerker-Geschäfts, der Aex zu verhöhnen scheint? Die Antwort auf die Frage, um die Alex Gedanken und die Filmhandlung kreisen, liegt wenig überraschenderweise so nah: neben ihm im Bett, wo nach einem allzu innigen Freundschaftskuss Nele landet.

 

Der flache Humor und der Mangel an romantischer Chemie zwischen den Darstellern ist das größte Problem des Plots. Um das romantische Dilemma glaubhaft zu machen, ist Alex einfach zu makellos. Er ist verständnisvoll, gutaussehend und so reich, dass er sich spontane Flüge nach China leisten kann. In einen solchen muss er steigen, um Nele wiederzusehen. Die will dort mit Etienne für die Umwelt kämpfen, wie Alex es für seine Liebe tun muss, wenn die aufkeimende Beziehung zu Nele und die Pandas gerettet werden sollen.

 

68 zu 32 schätzt Alex den Prozentsatz von guten und schlechten Momenten mit Caro. In der Zuschauerbeziehung zu What a Man steht es bedeutend schlechter. »Scheiße!«, entfährt selbst einem harten Holzfäller wie Volker. Wie man in den Kinosaal hineinruft, so schallt es heraus, auch wenn die triviale Romanze dank spielfreudiger Darsteller nicht auf das Niveau der Werke Schweigers und Ulmens sinkt, bleibt cineastisch das Fazit, das der Film dialogisch vorgibt: »Das war so eine Blamage. Ich hätte einfach zu Hause bleiben sollen.«

 

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