Klug bis ärgerlich
Alles fängt damit an, dass Clumsy, der Tollpatschschlumpf, heimlich die Dorfgrenze übertritt und dabei dem bösen Zauberer und Schlumpfjäger Gargamel in die Arme läuft. Gargamel (Hank Azaria), der aus Haaren und Tränen der Schlümpfe eine magische Essenz brauen möchte, überfällt daraufhin das Dorf der kleinen Wichte. Angeführt von Papa Schlumpf gelingt einer Handvoll Schlümpfe die Flucht durch einen magischen Strudel, der sie direkt in den New Yorker Central Park und damit aus der idyllisch animierten Märchenwelt in eine hektische Großstadtrealität katapultiert. Und auch ihre Verfolger, Gargamel und seine fiese Katze Azrael, lassen nicht lange auf sich warten. Der Mix aus animierten Schlümpfen und Realfilm geht fast reibungslos auf. Auch der 3D-Effekt ist technisch sauber, ohne aber zu überwältigen. Der große Pluspunkt des Films ist jenseits optischer Feinheiten das dramaturgisch klug durchdachte Drehbuch.
Unterschlupf finden die sechs Schlümpfe, Papa Schlumpf, Schlumpfine, Schlaubi, Muffi, McTapfer und Clumsy schliesslich beim Werbedesigner Patrick Winslow (Neil Patrick Harris) und seiner schwangeren Frau Grace (Jayma Mays). Weil Patrick Karriere und Familie nicht so recht unter einen Hut zu kriegen versteht, kommen die munteren Schlümpfe da gerade recht. Mit ihrem treuherzigen, träumerischen Wesen demonstrieren sie Patrick, was wirklich im Leben zählt. Und für ein paar aufmunternden Worte vom erfahrenen Papa Schlumpf zum Bald-schon-Papa Patrick bleibt zwischen etlichen aufregenden Verfolgungsjagden auch noch Zeit. Diese liebenswerten, aber auch kitschigen Momente runden den kurzweiligen Familienfilm ab. Ein wenig schade ist nur, dass es die Schlümpfe ausgerechnet mal wieder zu einem der führenden kreativen Köpfe in New York verschlagen muss. Eine ganz normales Paar hätte es zur Abwechslung doch auch mal getan. Und richtig ärgerlich ist das stellenweise geradezu penetrante Product-Placement. Dadurch erhält das eigentlich verschlumpft nette Filmchen doch noch einen schalen Beigeschmack.
