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Freitag, 25. Mai 2012 | 05:12

Die drei Musketiere - ab heute im Kino!

01.09.2011

Immer so keck?

Am Ende kreuzen sie mal wieder die Klingen: »Einer für alle! Alle für einen!« Ging dieser legendäre Freundschaftsschwur wirklich mal unter die Haut? Vielleicht 1993, als Charlie Sheen und Kiefer Sutherland zu den Musketieren zählten? Oder zwanzig Jahre früher, als Oliver Reed den Athos und Richard Chamberlain den Aramis gab? 1948 mit Gene Kelly als D’Artagnan und Lana Turner als Lady de Winter?, fragt sich STEFAN VOLK

 

Man kann es sich kaum noch vorstellen, wenn man fast zwei Stunden lang den neuesten Hollywoodaufwasch von Alexandre Dumas’ Literaturklassiker erdulden musste. In groben Zügen ist die Dutzende Male verfilmte Geschichte stets dieselbe, aber so emotions- und humorlos wie von Paul W. S. Anderson (Resident Evil) wurde sie selten erzählt.

 

Da sind die drei Musketiere, Athos (Matthew Macfadyen), Aramis (Luke Evans) und Porthos (Ray Stevenson), die am Ende der actiongeladenen Eingangssequenz von der schönen Mylady de Winter (Milla Jovovich) an den Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) verraten werden. Seit der junge, geckenhafte König in Frankreich vom intriganten Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) ferngesteuert wird, haben sie keine Aufgabe mehr, lungern herum, besaufen sich und raufen mit der Leibwache des Kardinals.

 

Dann taucht D’Artagnan auf, der forsche Junge vom Lande, Sohn eines Musketiers; von seinem Kumpel-Vater mit pathetischen Worten auf den Weg geschickt. Schon unterwegs legt er sich mit Richelieus einäugigem Handlanger Rochefort (Mads Mikkelsen) an. Und gleich an seinem ersten Tag in Paris gerät er nacheinander mit Athos, Porthos und Aramis aneinander. Noch ohne zu wissen, dass sie Musketiere sind, verabredet er sich mit ihnen zum Duell. Statt gegeneinander kämpfen die vier dann aber gemeinsam gegen Richelieus Wache.

 

Im folgenden Getümmel kommt es zu einer Szene, die von den Drehbuchautoren eigentlich nur ironisch gemeint sein konnte, in Andersons aalglatter Inszenierung aber jeglichen Witz verliert. Mitten im Fechtkampf entdeckt D’Artagnan eine hübsche Blondine, die das Spektakel mit großen ängstlichen Augen (und einem Blumenkorb in der Hand!) bestaunt. Umgeben von einer Übermacht findet der Musketieranwärter noch Zeit für ein Pläuschchen. Als die Unbekannte, die sich später als Zofe der Königin entpuppt, fragt, ob er immer so »keck« sei, antwortet er: »Nur dienstags oder wenn ich eine schöne Frau sehe.«

 

Die drei Musketiere misslingt, weil ihm Esprit und Charme fehlen, um das Mantel-und-Degen-Genre zu entstauben. Da helfen auch 3D, die frei erfundenen, prachtvollen Luftschiffe oder die vielen charismatischen Bösewichter nicht weiter. Denn ausgerechnet die Musketiere verblassen zu blutleeren Pappfiguren. Mit Abstand am farblosesten aber agiert Logan Lerman (Percy Jackson) als Musketeenie D’Artagnan. Doch nicht nur Cowboy Lerman, der so aussieht und redet, als läge die Gascogne gleich hinter Iowa, hat sich im Genre vertan, auch Anderson hätte wohl besser noch einen Science-Fiction gedreht.

 

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