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Freitag, 25. Mai 2012 | 05:17

Forza 4

25.10.2011

Rennpiel-Offenbarung mit kleinen Macken

STEFFI MARX liebt Rennspiele. Nicht weniger als Ressortkrieg wäre ausgebrochen, wenn der neue Teil der Forza-Serie nicht in ihrer Xbox 360 gelandet wäre. Für uns schaltet sie in den höchsten Gang und legt los. 

 

»Sie und ich, wir gehören einer gefährdeten Art an. Wir, die Jünger der Geschwindigkeit, die Anhänger der Pferdestärken. Wir, die Liebhaber der Leistung, der Formschönheit und der beseelten Maschinen. Es gibt nur noch wenige Orte, an denen wir willkommen sind. Wir wagen es nicht über Nocken, Kurbeln und Doppelquerlenker zu reden. Wir fürchten um unsere Liebe für brüllende V8er und dem Geruch verbrannter Gummis. Wir sollen an Kosten und Umwelt denken. Nicht an die Aufregung und das Fahrvergnügen. […] Es gibt noch Hoffnung. Einen Zufluchtsort. Einen Ort, der für Gänge, Grip und Spaß steht. Er ist genau hier und steht Ihnen offen.«

 

Mit diesen Worten wird jeder Neu-Spieler in Forza Motorsport 4 begrüßt. Ich gebe zu, ich finde mich nicht ganz in den Zeilen wieder. Trotzdem stieg meine Vorfreude immens, als ich in einen der brandneuen Rennwagen Platz nehmen und meine erste Test-Runde fahren durfte.

 

Freude am Fahren

An dieser Stelle möchte ich nicht ausführlich die Fahrmechanik beschreiben. Auch auf eine detaillierte Auflistung von Anzahl und Art der Fahrzeuge und Strecken verzichte ich (vielleicht einfach, weil ich nicht zu der oben beschriebenen aussterbenden Art zähle). Mein Augenmerk lag auf den Besonderheiten des Spiels, die es von weiteren Genre-Vertretern abhebt.

 

Großartig und zugleich ungewohnt ist es, dass es keinen Zwang gibt, ein Rennen zu gewinnen, um in dem Welttournee-Modus voranzuschreiten. Egal ob man Platz 1 oder Platz 12 erlangt, das Event gilt als abgeschlossen. Es werden auch keine Punkte notiert, mit denen spätere Veranstaltungen freigeschaltet werden. Als derart unbeschwerter Spieler hat man dann noch die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Bonus-Aussichten. Möchte man lieber seinen Fahrerrang verbessern, um mit einer Auswahl an neuen Wagen belohnt zu werden, die Affinität zu einem bestimmten Autobauer steigern für Vergünstigungen beim Einkauf oder schlicht Geld häufen? Und wer es mag, kann die Karriere fast ausschließlich mit einem Wagen beenden. Es ist die Freiheit, die diesen Modus auszeichnet.

 

Viel schlechter als in anderen Spielen präsentiert sich dagegen die Musikuntermalung. Ich würde es nicht hervorheben, wenn die Track-Auswahl nicht die schlechteste Sammlung darstellt, die ich in einem Rennspiel hörte. Die einseitigen Elektro-Beats wird ein Großteil der Spieler gleich leise oder stumm schalten. Die Gegner-KI lässt leider auch zu wünschen übrig: Man legt den Schwierigkeitsgrad der Kontrahenten nicht direkt fest, sondern stellt Fahroptionen ein oder aus. Laut den Angaben der Entwickler passt sich die Gegner-KI dann den Fähigkeiten des Spielers im Laufe der Karriere an. Im Praxis-Test zeigt sich, dass selbst voll ausgewählte Simulationsoptionen einen geübten Fahrer nicht gänzlich herausfordern. Trotz dieser Mängel bleibt Forza Motorsport 4 ein herausragendes Rennspiel. Es ist vielleicht das Schönste und Motivierendste seiner Art. Fixe Level-Aufstiege und Fahrzeug-Belohnungen können auch langfristig fesseln.

 

Doppelsieg

Vergleiche zum Rennspiel-Rivalen Gran Turismo 5 habe ich während des Spielens kein einziges Mal gezogen. Viele Reviews zum Spiel behandeln eben dieses Thema (äquivalent mit der jährlichen PES-und FIFA-Rivalität). Ich sehe, dass sich Forza Motorsport mit seinen eigenständigen Features zu einem starken Simulations-Rennspiel und einen ebenwürdigen Konkurrenten der Gran Turismo-Serie entwickelt hat. Und letztendlich profitieren die Spieler. Sie müssen keine 5 Jahre auf einen Nachfolger warten.

 



 

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