ICO: Zusammen ist man weniger allein!
Die Story von ICO ist simpel: Ein Junge wird als Opfer in einer alten Burg zum Sterben zurückgelassen. Er kann sich befreien und trifft bei seiner Flucht auf die schöne, ganz in weiß erstrahlende Yorda. Obwohl sie und Ico nicht dieselbe Sprache sprechen, sind sie einander gleich verbunden. Jedoch werden die beiden immer wieder von mysteriösen Schattenwesen angegriffen.
Kein Tutorial, keine Anzeigen, keine Karte: Nur die Flucht ist das Ziel! Dies versetzt den Spieler schlagartig in die Lage des Jungen, kann für Fans von Spielen im Stile von »LautBuntSchnell« allerdings ganz schön eintönig wirken. ICO ist ein klassisches Rätselspiel und außer Schalter drücken, Kisten schieben und gelegentlich Schattenwesen verkloppen passiert nicht viel. Wer Beschützermissionen hasst, sollte ebenfalls gewarnt sein: Um Yorda vor den Schattenwesen zu retten, muss man sie ständig an der Hand halten, sie Vorsprünge hinaufziehen und über Abgründe retten. Dabei wird die R1-Taste zum besten Freund, denn lässt man sie los, lässt man auch Yorda los.
All diese Elemente – vor allem das haptische »an-der-Hand-Halten« – fügen sich aber großartig in die Geschichte und wecken eine emotionale Bindung zwischen Spieler und Figur. Mit der Empathie zu Ico steht und fällt das Spielprinzip. Wem das zu wenig ist, der kann mit dem Game, das von Storytelling und Atmosphäre lebt, vielleicht nicht viel anfangen. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird am Ende mit einem Magic Moment allererster Güte belohnt.