Lieblingscharakter Zangief muss ins Gefängnis
Mit tidy your game und fighting colours sind in der knapp 20 m² Sonderausstellung auch zwei Videoarbeiten integriert. Seinem Lieblingscharakter, dem russischen Ringer Zangief, hat der Kunststudent der Kunsthochschule für Kunst und Design in Halle sogar eine eigene Installation gewidmet. Schwarzer überlegte sich, wie dieser seine Gefängniszelle eingerichtet hätte. Für das Ergebnis Zangief in my Mind gewann Schwarzer dieses Jahr den Jurypreis des Chemnitzer Kunstfestivals Begehungen.
Insgesamt überrascht bei der Sonderausstellung die Bandbreite der angewandten künstlerischen Techniken. Gleichzeitig enttäuscht, dass diese Vielfalt sehr an der Oberfläche bleibt. Die Street Fighter-Kunst Schwarzers wird dem tatsächlichen kulturellen Einfluss des Spiels nicht gerecht, denn sie bleibt am grafischen Aspekt hängen, während eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Gameplay, den Charakteren oder den kulturellen Einflüssen wünschenswert wäre. Es reicht nicht, neue Bilder zu erzeugen, wenn sich die alten im Gedächtnis der Spieler eingebrannt haben. Für sich alleine ist die Ausstellung keinen Besuch wert. Da sie aber in das schöne Computermuseum Berlin integriert ist, sollte man sich durch die Sonderausstellung Street Fighter II dazu verleiten lassen, das ganze Museum kennenzulernen. Bei Sekt, Salzstangen und dem gemeinsamen Spielen von Street Fighter II auf dem SNES konnten die Besucher den Abend locker ausklingen lassen.
Titelfoto: Jörg Metzner/Computerspielemuseum