Betrachtet man die derzeitige amerikanische Populärkultur, so trifft man insbesondere in der Musik auf viele Beispiele für die Akzeptanz von Repräsentation unterschiedlicher Gangkulturen. Insbesondere afroamerikanische Gangs sind dabei im Mainstream längst angekommen. Die Alben von Künstlern wie Snoop Dogg oder Lil Wayne haben sich weltweit millionenfach verkauft und dabei ganz selbstverständlich Bekenntnisse zu ihrer jeweiligen Zugehörigkeit. Mit „I keep a blue flag hanging out my backside/ But only out my left side, yeah that‘s the Crip side“ manifestiert Snoop auch im Jahre 2004 als Mainstreamphänomen noch seine Mitgliedschaft aus Jugendzeiten in Long Beach, Kalifornien bei den Rollin‘ 20 Crips. Ähnlich und doch komplett anders sieht es bei Lil Waynes Referenzen zur Blood Gang aus. Zwar übernimmt er deren Ausdrücke („Throwin‘ blood in the air, leave blood on the ground“) und auch deren Kleidung (in diesem Falle ein rotes Bandana aus - wie man bereits erahnen kann - der rechten hinteren Hosentasche), jedoch scheint er sich diese Zugehörigkeit erst recht spät im Laufe seiner Karriere zugelegt zu haben. An der Authentizität darf also gezweifelt werden.
Dennoch scheinen beide Künstler ihren Ganghintergrund als gewinnbringendes Element in ihren zur Schau gestellten Persönlichkeiten zu sehen - in wie weit diese nur gespielt sind, sei dahin gestellt. Andersrum formuliert: es tut ihrem Erfolg keinen Abbruch, mit den beiden größten Straßengangs in den USA in Verbindung gebracht zu werden. Ein Blood oder Crip zu sein und die damit verbundenen Assoziationen zu Kriminalität dient als Gütesiegel im Gangsta Rap Genre und steigert heut zu tage wohl eher noch die Vermarktungsmöglichkeiten im Mainstream der Musikindustrie.