Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 05:29

Shinobi

13.12.2011

Step into my Dojo

Feuerwehrmann, Polizist oder Astronaut? Pah, ich wollte schon immer ein Ninja sein! Mit Shinobi ist die Ninja-Legende von Sega wieder zurück und einmal mehr treibt ihn der Gedanke der Rache an. Wurfmesser? Check. Riesiges Schwert? Check. Badass-Ninja-Aufmachung? Check. Dann kann die Reise ja beginnen. NORMAN VOLKMANN auf den Spuren einer Legende.

 

Meinen ersten Kontakt mit dem berühmten Ninja von Sega hatte ich Anfang der Neunziger. Trotz mitleidigen Blickes meiner Mitschüler habe ich mir kein neues Super Nintendo gewünscht, sondern wollte mit dem, zu dieser Zeit schon etwas in die Jahre gekommenen, Sega Mega Drive und Sonic & Co. durchstarten. Als Starterpaket gab es damals eine Cartridge mit 6 Spielen – unter anderem auch darauf vertreten: The Revenge of Shinobi. Es entwickelte sich schnell eine Hassliebe zu dem Spiel: Auf der einen Seite machte es Spaß, mit Kunais nach den Gegnern zu Werfen, auf der anderen Seite war der Schwierigkeitsgrad doch ordentlich hoch angesetzt.

 

Hier ist Einsatz gefragt

Mit dieser Tradition brechen die Entwickler aber auch nach 20 Jahren nicht. Will man Shinobi auf dem 3DS erfolgreich meistern, sind schnelle Reaktionen und vollste Konzentration Voraussetzung – so wie es sich für einen vernünftigen Ninja gehört. Schon auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe bekommt man von den Gegnern nichts geschenkt. Priorität ist es, die Schultertaste zum Blocken und Kontern rasch zu beherrschen, andernfalls darf man den Levelanfang sehr häufig bestaunen. Die Gegner sind dabei vielfältiger denn je: niederträchtige Ninjas, gepanzerter Samurai-Kämpfer, Soldaten mit Flammenwerfern oder anderen großen Waffen und, etwas abgedrehter, angriffslustige Gehirne samt Wirbelsäule versuchen in Scharen, den Helden unter die digitale Erde zu bringen.

 

Anspruchsvoll sind auch die Endgegner, die obligatorisch jeden Levelausgang bewachen. Bis hierhin sollte man vor allem die gesammelte Ninja-Magie aufsparen, die verschiedene Vorteile im Kampf verschafft. Feuer, Erde, Blitz und Wasser haben verschiedene Vor- und Nachteile, die, je nach Art des Gegners, abgewägt werden müssen.

 

Die Kunai sind, wie in den vergangenen Teilen der Serie, Herzstück des Angriffes des Helden. Zudem darf man nun auch das riesige Schwert häufig und vielseitiger zum Einsatz bringen. Bis zu neun der Wurfmesser kann man gleichzeitig werfen und damit mehrere Gegner zu kleinen Knochenhäufchen verarbeiten. Den Abgang der Gegner liebte ich schon damals: auf dem Mega Drive haben sie sich in Feuerbälle aufgelöst. 

 

Story? Ich bin ein Ninja, verdammt!

Shinobi spielt man nicht, um zu erfahren was am Schluss der spannenden Handlung passiert. Es gibt keine Cliffhanger, die am Ende eines Levels Schockmomente erzeugen. Das bisschen Geschichte, das es gibt, wird durch ansehnliche Comiceinspieler erzählt. Worum es neben Verrat und Rache genau geht, habe ich bis jetzt noch nicht durchschaut. Wenn das Spiel im Jahre 1256 beginnt und man kurze Zeit später gegen Soldaten im Jahr 2056 kämpft, sollte man wahrscheinlich auch nicht so viele Fragen stellen.

 

Grafisch ist Shinobi ordentlich, bleibt aber hinter Titeln wie Super Mario 3DS Land oder Zelda: Ocarina of Time 3D zurück. Held Jiro Musashi ist toll animiert, doch der 3D-Effekt kommt in den Side-scrolling-Levels nicht so gut zur Geltung. Die Kulissen sind nicht besonders detailreich und auch einige der Gegner wirken zum Teil matschig. Neues Leben in alte Helden zu hauchen gehört momentan zum guten Ton in der Spieleindustrie und im Fall von Shinobi kann man ohne Frage von einem Klassiker sprechen, der eine Neuauflage mehr als verdient hatte. Besonders schön war es dabei, dass die Entwickler sich selbst und der Serie treu blieben und auch auf dem 3DS, wo sich so die Casual-Titel die Klinke in die Hand geben, mit einem gepfefferten Schwierigkeitsgrad Schweißperlen auf die Stirn gestandener Spieler treiben.

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Dichter und Diplomat

»Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die ...

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Karfreitags-Tanz

Wie schon im vergangenen Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder in Hessen Ärger, weil aufgrund eines Gesetzes von 1952 am Karfreitag und Ostermontag das Tanzen in der Öffentlichkeit ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...