Kein Fingerpointing. Mangels PSP hat auch der TITEL-Rezensent bis vor wenigen Tagen noch nichts von Crush gehört. Ehe der Innovationsunwillen anderer kritisiert wird, sollte zunächst einmal vor dem eigenen Spieleregal gekehrt werden. Glücklicherweise bewahrt Sega uns vor allzu viel Selbstkritik und veröffentlicht das Spiel neu, dieses mal für Nintendos 3DS. Mit zwei großen Änderungen: Die Level sind nicht mehr in jenen düsteren Farben des Originals gehalten und kommen, den Fähigkeiten der Hardware entsprechend, in stereoskopischem 3D daher. Deshalb auch der neue Titel: Crush 3D.
Ansonsten alles beim Alten: Ziel des Spiels ist es, die Spielwelt mit Hilfe der »Crush«-Mechanik so zu verändern, dass zuvor unerreichbare Stellen in Reichweite gelangen. Denn dort liegen Murmeln, die zu sammeln Pflicht ist, so man den Level-Ausgang öffnen will. Nach Sichtung der Lage wählt der Spieler die Perspektive, aus der Danny (so der Name des Helden) betrachtet werden soll: Per Knopfdruck sieht man ihn von vorne, hinten, links, rechts oder oben. Wird »gecrushed«, stampft der in Bademantel gewandte Danny kurz auf, woraufhin sich die Spielwelt gemäß der zuvor gewählten Richtung wandelt. Ein Beispiel: Nach Auslösen des Crush-Mechanismus aus der Draufsicht saust er samt dem Grund, auf dem er steht, in die Höhe. Betrachtet man ihn dagegen von vorne und löst den Crush aus, rast er auf die Umgebung zu, die eben noch der Hintergrund war. Die Spielwelt wechselt dabei munter von der dritten in die zweite Dimension, was die Sache nochmals komplexer macht. Denn so wird Crush 3D plötzlich zum 2D-Plattformer oder Puzzler, der aus der Draufsicht gespielt wird – alte Gameboy-Tage lassen grüßen.