Not just drop dead
Nachdem ich mir also das sehr amüsante Introvideo (vom Baum zur Firmengründung) des Spiels angesehen hatte, entwarf ich im recht übersichtlichen Editor meinen eigenen Skateboarder. Dabei folgte ich natürlich der Prämisse des gesellschaftlich als hässlich Wahrgenommenen: blass, dick, unmögliche Tätowierungen – eben das volle Mainstreamprogramm. Anschließend zeigte ich im Tutorium, was ich mir aus Skate 2 gemerkt hatte. Gar nicht übel – was heißt hier schon „Man muss es sehen, um es zu verstehen“? Über ein paar free skate-Umwege nahm ich dann allen Mut zusammen, um mich endlich dem Hall of Meat-Spaß zu stellen. Und plötzlich ist nichts mehr heilig: Geländer im Schritt? Nase auf Asphalt? Arm vs. Aschentonne? Alleine oder mit Freunden? Willkommen in der Welt von Skate 3. Es macht meinem dicken Männchen offensichtlich richtig Spaß, sich von Gebäuden zu stürzen, nur um sich einige Sekunden später möglichst viele Knochen zu brechen. Aber auch ich gluckse glücklich; ich kann es gar nicht abwarten, den nächsten Sprung zu absolvieren. Wenn der virtuelle Schädel liebevoll gegen die grafische Repräsentanz von Beton donnert, macht das echte Herz einen Freudensprung (während man doch ein wenig das Gesicht verzieht!).
Im Skaterutopia Port Carverton fühle ich mich wohl, weil ich meinen Charakter sich unwohl fühlen lassen kann und dieser auch noch Spaß dabei hat. Eine perverse Beziehung mit Tiefgang. Denn einfach fallen lassen zählt nicht, just drop dead ist mitnichten das Motto der Stunde. Manchmal ist es so einfach, glücklich zu sein.
euphorisierend, schmerzhaft, höher