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Der digitale Appetithappen

19.07.2010

Tom Clancy´s Splinter Cell: Conviction

"PETRI HEIL!" - der Sam(igste) unter den Fis(c)hern ist zurück und verführt Angler weltweit, das Genre stealth action wieder zu bereisen. Der fünfte Teil der preisgekrönten und millionenfach verkauften Splinter Cell-Reihe wurde gänzlich von Ubisofts Studio in Montreal entwickelt und sorgt dafür, dass auch RUDOLF INDERST den Köder (zunächst einmal) schluckt.

 

Ah, die Handlung liest sich wie ein Drehbuch diverser filmischer Racheausflüge eines Charles Bronson. Durch eine Untersuchung zum Tod seiner Tochter erfährt der Ex-Agent Sam Fisher, dass sein ehemaliger Arbeitgeber, Third Echelon, ihn verraten hat. Als abtrünniger Agent beginnt für Fisher nun ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem er die üblen Pläne einer Terrororganisation vereiteln will, die Millionen von Menschen bedrohen. So weit, so einfältig, nein, machen wir es uns nicht zu einfach, sagen wir, hmm, so genretraditionell. 

 

Über Thomas Leo "Tom" Clancy Jr. gibt es ja ein paar tolle Anekdoten. Natürlich kramt man diejenigen zum Thema 11. September 2001 heraus - Clancys "weitreichende" Politikfeldanalyse zum Thema Schuld und Sühne sind einiges - auch - bedenklich unterhaltsam. Darüber wollen wir aber schweigen. Technologie als Topos, was lag da näher als die Gründung eines eigenen Studios für digitale Spiele im Jahre 1996? Red Storm Entertainment atmete stets den reagan'schen Geist des Kalten Krieges, der nie so ganz zu Ende gehen mag; nicht, wenn es nach Autor und Ideologe Clancy geht. Im März 2008 schließlich ging eine Schlagzeile um die (Videospiel-)welt: "Tom Clancy has sold his name."

 

Der französische Spiele-Gigant Ubisoft hatte den Namen bzw. die Marke "Tom Clancy" erworben. Interessant ist es nun, in diesem Zusammenhang einfach einmal darüber zu spekulieren, welche Spiele auf den Markt kämen, wenn diesem Beispiel auch andere Autoren folgten - ich denke da Fließbandliteratur aus der Feder John Grishams? Gerichtssimulation mit Thrill. Stephen King? Paranormaler Shooter. Virginia Woolf? Grass? Viele Fragen, reichlich Spekulation. Genau wie Ex-Agent Fischer wird man dabei oftmals in Sackgassen stecken bleiben. Anders als er, werden wir mit den Features Last Known Position und Mark and Execute, die der Einzelkämpfer ab sofort zu Verfügung hat, nicht weiterkommen. Doch auch einem Zusammen verschließt sich Splinter Cell: Conviction nicht - der Multiplayer-Modus macht mir persönlich am meisten Spaß.

 

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