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Freitag, 25. Mai 2012 | 05:54

Mafia 2 - ein Gespräch

20.09.2010

Wenn der Spieler zum organisierten Verbrecher wird

Oliver Salzberger studierte an der LMU München Amerikanische Kulturgeschichte. Als Spieler bevorzugt er Action-Adventures, RPGs und MMOs. Zu den Titeln, die den in der Spiele-PR arbeitenden Freund von Spaghetti-Narrationen momentan beschäftigen, gehört auch Mafia 2. RUDOLF INDERST unterhielt sich mit dem Münchner „Vorort-Italiener“ über das Spiel.

 

Zunächst einmal, worum geht es in Mafia 2 eigentlich?

 

Mafia 2 erzählt die Geschichte des Italo-Amerikaners Vito Scaletta, der aus dem Zweiten Weltkrieg in seine Heimatstadt Empire Bay zurückkehrt. Dort versucht er zunächst, seiner Mutter zuliebe, eine ehrliche Arbeit zu finden. Er stellt aber schnell fest, dass die illegalen Jobs, die ihm sein Kumpel Joe vermittelt, deutlich lukrativer sind. So wird Vito schließlich auch zu einem Teil der „Familie“.

Hast Du den Vorgänger denn auch schon gespielt? Was hat sich im Vergleich verändert?

Mafia habe ich damals mehrfach durchgespielt und auch zwischendurch gerne noch die eine oder andere Mission wiederholt, weil es einfach Spaß gemacht hat. Der größte Unterschied liegt für mich beim Spielgefühl. Um mal ein paar Filmvergleiche anzubringen: Mafia hat sich angefühlt wie „Miller’s Crossing“, während sich der zweite Teil eher anfühlt wie „Good Fellas“ oder „Scarface.“ Das liegt daran,
dass Mafia 2 bereits deutlich nach der Prohibitionszeit spielt.

 

Heutige Mafiawirklichkeit scheint sich in den Medien in erster Linie in den ehemaligen Ostblock-Staaten abzuspielen – man möchte fast meinen, Mafia 2 hat seinen ganz speziellen Platz in der Romantisierungswelle einer old skool – „Mafia-Idee“ gefunden. Wie siehst Du das?

Ich finde, für Spiele mit Mafiathematik gibt es einfach kein geeigneteres Setting als die USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da hat man meistens den Hintergrund Prohibition und Schmuggel. Dazu kommen Namen wie Al Capone, Bugs Moran und natürlich die legendäre Tommy Gun. Mich persönlich spricht dieses Setting einfach stärker an als eins in den ehemaligen Ostblock-Staaten. Wobei ich mir aber sicher bin, dass andere Spieler stattdessen lieber ein Setting mit
Kalaschnikows und Moskau als Handlungsort gesehen hätten.

Nach einer äußerst ekstatischen Hypewelle um den Titel, waren die ersten Fachmagazine doch ein wenig zurückhaltend in ihren gefürchteten Bewertungen. Wie empfindest Du die Qualität des Titels? Oder anders (die deutsche Fachfrage): Bekommt hier der zahlende Kunde, was ihm zusteht?

Ich habe viel Spaß an Mafia 2. Die witzigen Dialoge erinnern mich oft an die Sopranos, was ein ganz klarer Pluspunkt für das Spiel ist. Auch die Story finde ich sehr gut. Auf der anderen Seite muss ich offen zugeben, dass ich mir mehr erwartet habe. Etwa zehn Stunden Spielzeit sind mir ehrlich gesagt zu wenig bei einem Vollpreistitel. Außerdem vermisse ich den bereits aus Mafia bekannten Freeride-Modus, der hier per DLC dazugekauft werden muss. Aber zugunsten von DLCs beschnittene Spiele sind wohl etwas, mit dem wir Spieler in Zukunft immer stärker rechnen müssen.

Vielen Dank für das Gespräch. Das Interviewangebot war sowieso eines, das man nicht….ach, Du kennst den Rest.


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