Frankie Chavez: Family Tree Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 05:58

Kingdom Hearts - Birth by Sleep

18.10.2010

Eine Schmalzgebäck-Fusion?

Süßer die Glocken nie klingen? STEFFI MARX stürzt sich für alle interessierten RPG-Fans auf der PSP in die vermeintliche Kitsch-Romanze zwischen Disney und Square Enix.

 

Alles liest sich wie ein wundervolles Märchen: Es waren einmal Ventus, Terra und Aqua. Sie verband eine tiefe Freundschaft und ein Traum: eines Tages Schlüsselschwertmeister sein! So trainierten sie hart und ausdauernd bis, endlich, der Tag der Meisterprüfung gekommen war. Nun sollte sich zeigen, wer reif und stark genug war, in den Rang eines Meisters erhoben zu werden. Unter den strengen Blicken der Prüfer Eraqus und dem zwielichtigen Xehanort, treten Terra und Aqua zum Duell an (Ventus ist noch zu jung und daher nicht teilnahmeberechtigt). Da Terra seine dunkle Seite nicht verbergen kann, geht Aqua als alleinige Siegerin hervor. Nichtsdestotrotz bekommen beide schon bald ihren ersten Auftrag. Xehanort ist auf rätselhafte Weise verschwunden und sie sollen ihn finden. Für Terra ist dies eine günstige Gelegenheit, seinen Meister doch noch von seinen Fertigkeiten zu überzeugen und so stürmt er direkt los. Währenddessen trifft der junge Ventus auf einen maskierten Jungen, der ihm prophezeit, dass Terra nach seiner Reise nicht mehr derselbe sein wird. Ventus macht sich unverzüglich auf den Weg. Als Eraqus sieht, wie sein jüngster Schüler davon zieht, trägt er Aqua zusätzlich auf, Ventus zurückzubringen. Und so eilt auch sie augenblicklich davon. So weit, so Handlung!

 

Die Schlüsselschwertkriege

Obwohl die Story anfänglich nicht sehr originell wirkt, entwickelt sie sich dennoch zunehmend vielfältig. Sie klärt viele Fragen der vorhergehenden Ableger auf: Kingdom Hearts – Birth by Sleep spielt chronologisch 10 Jahre vor dem ersten Teil der Serie (Quereinsteigern wird es leider unmöglich sein, die Geschichte in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen und zu verstehen).

 

So, nun ist es an der Zeit! Wen wählen wir nur? Den quirligen Ventus, den siegessicheren Terra oder vielleicht doch die flinke Aqua? Egal, wie die Entscheidung ausfällt, man wird nur einen Teil der Schauplätze sehen und einen Teil der Charaktere treffen. Im besten Fall spielt man das Spiel also dreimal durch. Erst dann berühren sich die drei Handlungsstränge und führen sinnvoll zu Kingdom Hearts I. Um Zeuge dieser Erleuchtung werden zu können, braucht es gute 12 Stunden Spieldauer pro Protagonist. Damit bringt Kingdom Hearts – Birth by Sleep eine beachtliche Spielzeit mit sich, die mit viel Spaß und reichlich Abwechslung geradezu verfliegt.

 

Cross Media zu HÜLF!

So soll man im Zwergenwald, als Handlanger der Königin, Schneewittchen töten. Natürlich weigern wir uns! Im Nimmerland geraten wir in einen spektakulär inszenierten Captain Hook-Bossfight und an anderer Stelle verhelfen wir Cinderella zum Tanz mit ihrem Traumprinzen. Weitere Reiseziele sind Filmszenarien aus Herkules, Lilo & Stitch, Winnie Puuh und Dornröschen, nebst jeweiligen Bewohnern. Dabei fällt die detailtreue und liebevolle Gestaltung der Figuren ins Auge. Im Gegensatz dazu sind die Standard-Gegnertypen und Schöpfungen von Square Enix austauschbar. Generell stehen Disney- und Square Enix-Charaktere auf Augenhöhe. Allein Zack, bekannt aus Final Fantasy VII oder Crisis Core: Final Fantasy VII, betritt die Bühne. Die Reihenfolge, in der Ihr die Schauplätze besucht, bleibt in den meisten Fällen Euch überlassen.

 

Mitgedacht wurde in der Missionsgestaltung: Da Kingdom Hearts – Birth by Sleep sein PSP-Debüt feiert, sind die Aufträge Handheld-gerecht portioniert wurden. Die Missionen sind allesamt unter 45 Minuten zu schaffen und auch ausreichende Speicherpunkte schützen den Fortschritt bei kurzfristigem Spielabbruch.

 

Reichlich Umfang in kleiner Silberscheibe

Wie nahezu jeder Kingdom Hearts-Ableger, trumpft auch der PSP-Titel mit gehörig viel Spielinhalt und –zeit auf. Ich schrieb bereits von den verschiedenen Handlungssträngen, doch die schmückenden Features blieben bisher unerwähnt. So sollte man zumindest einmal Disney-Stadt ansteuern. Vergleichen kann man den Ort am besten mit einem riesigen Spielplatz. Gerne verbrachte ich meine Zeit zwischen den Abenteuern damit, Kater Kalo zu beweisen, dass ich schneller um Kurven driften kann als er.

 

Das sonst so langweilige Aufleveln unterstützt ein Minibrettspiel. In diesem kann man, ähnlich wie bei Monopoly, Felder besetzen - zum Ärger der (CPU- oder menschlichen) Mitspieler. Wenn sie wollen, können sie sich später in der „Mirage-Arena“ rächen. Hier kann man sowohl im Single- als auch Multiplayer Herausforderungen bestreiten. Für diesen enormen  Umfang muss jedoch ein Preis gezahlt werden: lange, wirklich lange Ladezeiten! Doch das ist der einzige  größere Kritikpunkt und als Option bleibt, das Nachladen durch eine Daten-Installation zu verkürzen. Ob es schließlich heißt: „Ventus, Terra und Aqua lebten glücklich bis an ihr Lebensende.“, verrate ich an dieser Stelle nicht. Man kann seine Zeit sehr viel schlechter nutzen, als Kingdom Hearts – Birth by Sleep einzulegen und zu sehen,  wie das Märchen endet.

 

verzaubernd, farbenfroh, üppig

Flattr this

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Dichter und Diplomat

»Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die ...

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Karfreitags-Tanz

Wie schon im vergangenen Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder in Hessen Ärger, weil aufgrund eines Gesetzes von 1952 am Karfreitag und Ostermontag das Tanzen in der Öffentlichkeit ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...