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Freitag, 25. Mai 2012 | 05:58

Minecraft

25.10.2010

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

Mit Grafik von vor 20 Jahren und einem Spielprinzip so alt wie die ersten Bauklötzchen zeigt Minecraft von Mojang Specifications, besser gesagt von Markus Alexej Persson, der im Internet besser als „Notch“ bekannt ist, dass das missverstandene Genre der Sandkastenspiele noch existiert. GISELA WOLF versucht sich als Bauherrin einer ganzen Welt.

 

Das Prinzip aller Sandkastenspiele sollte sein, dass der Spieler eine frei begehbare Welt vorfindet, in der er tun und lassen kann, was er will. Minecraft nimmt dies ungewöhnlich wörtlich. Am Anfang hat man nichts, außer seinen Händen, und die Welt hat die Ressourcen, aus denen man so ziemlich alles bauen kann, was einem einfällt. Die Umgebung setzt sich aus Blöcken verschiedenster Materialien zusammen, die alle zerstört oder aufgesammelt werden können, und die man dann an anderer Stelle wieder anbauen, oder sogar zu anderen Materialien oder Werkzeugen weiterverarbeiten kann.

 

Vorgegeben sind dabei nur eine gewisse Anzahl an verschiedenen Rohstoffen und herstellbaren Dingen. Alle anderen Vorgaben, die eine Karte bei der Erstellung zufällig generiert, können geändert werden. Die Landschaft umgestalten, zum Mittelpunkt der Erde graben, einen Turm in den Himmel bauen, die größte Burg errichten, die je jemand hatte oder Gebäude nach realem Vorbild nachbauen sind nur ein paar der Dinge, die man tun kann.

 

Aller Anfrang ist ... viereckig!

Wohlmöglich das einzige, was der Spieler nicht ändern kann, sind die Tageszeiten. Ein eckiger Mond und eine eckige Sonne gehen abwechselnd auf und unter, und damit ändert sich das Licht, und die Wesen, die man treffen kann. Das ist wichtig, denn während am Tag nur friedliche Kühe, Schweine, Hühner und Schafe herumlaufen, die man für diverses Zeug jagen kann, kommen in der Nacht Skelette, Zombies und Spinnen aus dem Boden, und drehen den Spieß um. Wer sich also in der Nacht nicht in einem Unterschlupf befindet, wird große Schwierigkeiten bekommen. Natürlich kann man aber auch einfach alles beleuchten, so dass es immer hell ist. Oder Fallen bauen, wenn man herausfinden kann, wie das geht …

 

Man muss sich aber auch nicht einsam und allein auf die Welten stürzen, man kann das im Mehrspielermodus auch gemeinsam mit anderen tun. Da kann man dann sehen, wer das schönste Baumhaus hat, oder einfach ein Gemeinschaftsprojekt starten, das natürlich entsprechend beeindruckender sein wird. Das Spiel hat inzwischen eine große, enthusiastische und stetig wachsende Fangemeinde, die auch schon ein umfassendes Wiki online gebracht hat, in dem man mal nachschlagen kann, wenn man nicht mehr weiß, wie noch mal die elektrischen Schaltkreise funktionierten. Alternativ kann man sich auch austauschen und Anregungen für das nächste Großprojekt holen.

 

Ran an die Bauklötze - und staunen!

Und viel mehr gibt es zu dem Spiel auch nicht zu sagen, da alles allein von der Kreativität der Spieler abhängt, die sich die Welt wirklich so machen können, wie sie ihnen gefällt. Jeder, der als Kind immer alle anderen Weihnachtsgeschenke langweilig fand, solange er eine Kiste Legosteine bekam, kommt um dieses Spiel nicht herum. Die Kombination von Bauklötzen und Freiheit wird immer funktionieren, unabhängig vom Medium, und sieht man dabei einmal nach zehn Minuten vom Bildschirm auf, stellt man fest, dass zwei Tage vergangen sind. Und dass Augen auch viereckig sein können.


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