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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:01

Appetithappen: Saw 2 - Flesh and Blood

15.11.2010

Mal eben Bescheid sägen

Sägensreiche Vorweihnachtszeit mit SAW II: Flesh & Blood. Konami bringt aufgrund blutig-erfolgreicher Verkaufszahlen (Fluch & Sägen sozusagen) SpielerInnen die Fortsetzung zur „lebensbejahenden“ Foltersaga. Na, nicht nur ewige Ja-Säger werden da RUDOLF INDERST auf seiner Runde in die finsteren, heruntergekommenen Korridore begleiten.

 

„Mit seinen explodierenden Köpfen, ausgerissenen Gliedmaßen und Leichenfett-Fontänen wird „Saw 3“ zum Testfilm: Derjenige, dem es gelingt, weder aus dem Kino zu flüchten noch in seine Popcorntüte zu speien, hat die Mutprobe bestanden.“ Ein Zitat aus der Filmbesprechung von Jens Hinrichsen im FILMDIENST aus dem Jahr 2007. Über die uns seit Jahren begleitende SAW-Filmreihe ist natürlich schon reichlich nachgedacht und geschrieben worden. Die wirtschaftlich extrem erfolgreiche Serie ist und bleibt ein äußerst fragwürdiger Folterporno, dessen Schwäche nicht etwa die blutigen Schauwerte, sondern die lachhaft-zynischen Versuche der Drehbuchschreiber und Produzenten sind, das Treiben voller Darm und harm in eine Geschichte der lebensbekräftigenden Legitimation von Folter und Leid einzubetten.

 

Der Bohrer dreht sich weiter...

SAW macht sich nun auch daran, eine Fortsetzungsmaschine in der Welt der digitalen Spiele zu etablieren. Wie auch beim Genrekino, geht es hier um die Variation von bekannten Figurentypen, sich wiederholender Motive und vertrauter Erzählmomente. Die Macher stehen also vor der Aufgabe, einerseits den Geist des Originals heraufzubeschwören und andererseits etwas Neues zu kreieren, das später Teil unwiederbringlich des Gesamtwerks werden wird. Wie die Filmindustrie auch, haben es Entwickler und Publisher längst verstanden, „einmal gefundene Erzählformeln und Ikonographien immer wieder neu zu variieren“ (FILMDIENST-Autor Michael Kohler über Sequels).  In Falle der Horrorreihe SAW wäre es geradezu überraschend gewesen, wenn das erste Spiel ein Einzelstück geblieben wäre. Dem ist jedoch nicht so, und es obliegt SpielerInnen, das Pad aufzugreifen, um sich erneut mit den digitalen Folterknechten anzulegen.

 

Auch SAW II: Flesh and Blood wurde von den Zombie Studios entwickelt. Protagonist des Spiels ist Detective Tapps Sohn Michael, der ebenfalls Jigsaw in die Hände fällt. Auf dem Weg durch Jigsaws düstere Welt stehen die Spieler vor vielen Rätseln unterschiedlicher Schwierigkeit und diversen Kämpfen mit seinen Schergen. Natürlich spielt insbesondere Tobin Bell alias Jigsaw in SAW II: Flesh and Blood eine entscheidende Rolle. Auch im neuen Spiel nimmt er seine Opfer in brutalen mechanischen Apparaten gefangen und zwingt sie, die Fehler ihres Lebens zu gestehen. Die derart gefangenen Opfer müssen in aller Konsequenz ihren Überlebenswillen unter Beweis stellen. Zur Atmosphäre im Spiel trägt entscheidend Jigsaws unverkennbare Stimme bei, insbesondere wenn er SpielerInnenn seine Botschaften über Tonaufnahmen oder eine Puppe namens Billy übermittelt.   

 

SAW II: Flesh and Blood wird mit Sicherheit seine Käufer und SpielerInnen finden. Vielleicht, nur vielleicht jedoch werden auch sie über eine Stelle im Spiel stolpern, die ihr persönliches Limit überschreitet – die Chancen stehen (vermeintlich erneut) gut.


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