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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:04

Appetithappen: Assassin´s Creed - Brotherhood

29.11.2010

Kennen- und schätzen gelernt

RUDOLF INDERST folgt der Aufforderung, Teil einer Bruderschaft zu werden: Assassin's Creed Brotherhood von Ubisoft ist erschienen und lädt zu einer Runde „Morden in der Renaissance“ ein.

 

Das 11. Jahrhundert: Nachdem das einst aus den Fugen geratene römische Reich zerfallen war, hieß es in Italien: Tiefschlaf. Erst als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation langsam an Einfluss in der Region verlor, konnten sich auch die italienischen Stadtstaaten entfalten. Zwar waren diese autonomen Klein-Territorien von der Pest arg in Mitleidenschaft gezogen worden, begannen doch diese Mikro-Republiken, ihre Städte und Infrastruktur wieder aufzubauen. Ein prägender Begleiter dieser Epoche war zweifelsohne die italienische Renaissance. Zu jener Zeit spielt auch Assassin’s Creed 2. Nun liegt der Nachfolger vor - Assassin's Creed Brotherhood.

 

Der Begriff der Renaissance umfasst als historische Periode den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, welcher zwischen 1400 und 1600 datiert wird. Auf kulturelle Zusammenhänge bedeutet dies eine Wiederbelebung antiker Ideale in Literatur, Wissenschaft Philosophie, aber auch und in besonderem Maße in der Malerei und der Architektur. Ihren Ursprung nimmt die Renaissance in Italien, wo es, wie bereits beschrieben bereits fortschrittlich entwickelte Stadtkommunen und ein selbstbewusst auftretendes Handelsbürgertum gab.

 

Die Idee des Spielens passt natürlich wunderbar zu dieser Epoche. Weshalb? Das ist zum einen die Konzeption von Spiel selbst, die in gewisser Weise den Spieler und seine Möglichkeiten in einer interaktiven Softwareumgebung in einem Diskurs der Renaissance verortet: Der Homo Sapiens dieser Epoche wurde sich seiner Freiheit und seiner schöpferischen Möglichkeiten bewusst. Man könnte von einer Entdeckung des Individuums sprechen.

 

Gerade nach dem als sinnesfeindlich empfundenen Mittelalter verstärkte sich ein sinnliches, dem Diesseits zugeneigtes Lebensgefühl. Zum anderen war die italienische Renaissance aber auch die Zeit des Humanismus. In Anlehnung an die Antike beschreibt diese Denkschule ein Idealbild des Menschen, der seine Persönlichkeit auf der Basis umfassender theoretischer und moralischer Bildung zu freier Entfaltung bringen kann. Kennzeichnend für den Humanismus ist ebenfalls der Glaube an die Fähigkeit des Menschen, sich zu bilden und sich weiter zu entwickeln. Und spätestens an dieser Stelle müsste jedem Spieler klar werden, dass ein try and error genau dieser Denkhaltung entspricht.

 

Immer noch heißt die Hauptfigur Ezio. Er führt einen erbitterten Kampf gegen den mächtigen Templer-Orden. Diesmal führt es den legendären Meister-Assassinen nach Rom. Dort plant Ezio, das Übel an seiner Wurzel zu bekämpfen. Doch Gier und Korruption haben die Herrschaft über die gewaltige Metropole an sich gerissen. Um die korrupten Tyrannen der Hauptstadt zu besiegen, braucht Ezio mehr als nur Stärke. Auch seine Führungsqualitäten sind in dem ca. 15 Stunden dauernden Abenteuer gefragt. Die gesamte Bruderschaft der Assassinen steht Ezio treu zur Seite und erwartet seine Befehle. Nur wenn die Assassinen zusammenarbeiten, können sie ihre Todfeinde bezwingen. Erstmals bietet ein Spiel der Assassin’s Creed-Reihe einen Mehrspieler-Modus. Hier kann der Spieler aus zahlreichen Charakteren seinen persönlichen Favoriten wählen.

 

Jede dieser Figuren verfügt über individuelle Waffenkenntnisse und Assassinen-Fertigkeiten. Während seines Abenteuers arbeitet Ezio Hand in Hand mit historischen Persönlichkeiten. Unter anderem trifft er Niccolo Machiavelli, Caterina Sforza  und natürlich – man hat sich im Prequel ja schon kennen- und schätzen gelernt - Leonard da Vinci. Glaubt man ersten Stimmen, so beschäftigen die SpielerInnen weniger die in die Länge gezogenen Hauptmissionen, sondern eher die vielen, kleinen abwechslungsreichen Nebenaufgaben. So scheint dieser Ableger insgesamt die Wartezeit auf Teil drei doch recht gekonnt zu verkürzen.


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