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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:05

Call of Duty: Black Ops

07.12.2010

Wenn schwarz operiert wird

So kann klassische Schwarzarbeit auch aussehen, wenn sie von hochrangigen Geheimorganisationen diverser Regierungen durchgeführt wird: Sabotage, Schützenfest und Staatsumsturz. Neben einer kaltkriegerischen Narration bietet der Titel aber auch einen satten Multiplayer: RUDOLF INDERST zeigt übergeschwätzigen, frechen US-FPS-Kids den Mittelfinger und legt an …

 

… und wird natürlich sofort niedergestreckt. Nun gut, mitmachen alleine ist auch etwas wert (sagen Verlierer). Aber wir wollen die Schrotflinte nicht von hinten laden. Der geneigte Shootist wendet sich natürlich zunächst der Kampagne zu – und die hat es in sich. Trotz eines schwächeren Levelaufbaus als bei den Inhouse-Konkurrenten Modern Warfare und einer – wie ich meine entdeckt zu haben – etwas schlichteren Grafik, fliegen die Fetzen an allen Ecken und Enden! SpielerInnen nehmen als Alex Mason, frisch gehirngewaschen als amerikanischer Doppelagent im Dienste des roten Bären (Sue me!) in der ganzen Welt Klingen, Handfeuerwaffen und schwereres Geschütz in die Hand, um letzen Endes zur rechten Zeit einen biologischen Kampfstoffangriff auf die USA zu verhindern. Diese Reise führt durch verschiedene Klimazonen – doch überall sind die Ziele konkret vorgegeben, eine Abweichung von der Route ist unmöglich. Doch die Gefahr ist nach der Hauptgeschichte natürlich nicht im Geringsten gebändigt. Die tragenden Staatsmänner der Welt müssen sich anschließend mit

einer Untotenplage herumschlagen. Dieser spezielle Zombiemodus ist bereits aus Call of Duty: World at War bekannt.

 

Historiker schmunzeln

Eine kleine Anmerkung zur Geschichte des CIA sei natürlich gestattet: Dringend empfohlen wird an dieser Stelle die Lektüre der Monographie CIA des US-Journalisten Tim Weiner. Die Kulturgeschichte des Versagens und der Inkompetenz müsste danach völlig neu geschrieben werden. Auf diese Wahrheiten verzichtet freilich die Geschichte um Call of Duty: Black Ops. Eigentlich schade, denn die völlig planlose, aber doch systematische Übergabe von Millionen von US-Dollar an vermeintlich konterrevolutionäre Kräfte , das in den sicheren Tod schicken lokal angeworbener und miserabel ausgebildeter »Agenten« und die perfide Selbstsicherheit, Hybris und Überschätzungsgabe der CIA-Entscheider wäre sicherlich nicht nur ein Spiel wert.

 

(Fast) nichts auszusetzen gibt es jedoch am Multiplayer: von Ko-op-Kampagne bis Deathmatch und Antiterror-, äh Zombiekampf– hier können sich die geneigten Kräfte austoben (und über Headset anbrüllen / beleidigen). Waffen werden diesmal nicht automatisch freigeschaltet, sondern müssen durch In-Game-Währung erstanden werden. Das ist auch bei den liebgewonnenen Perks so. Ziemlich mäßig sind zwei Dinge geraten: Die Wirkung der Handgranaten ist reichlich saft- und kraftlos und der Nahkampf ist reine Glückssache. Es ist tatsächlich nicht ersichtlich, wann der sneak kill gelingt und wann nicht.

 

Das von vielen erwartete Kräftemessen zwischen Call of Duty: Black Ops und Medal of Honor aus dem Hause EA entscheidet erster Actioner übrigens für sich. Wenn es auch nicht wenige SpielerInnen geben dürfte, die den Multiplayer-Part von Medal of Honor aufgrund seiner Nähe zu Battlefield: Bad Company favorisieren, ist doch das bessere Gesamtpaket bei Activision zu bekommen. Und Pakete sind in der Weihnachtszeit – auch wenn sie noch so kriegerisch sein mögen – immer gerne gesehen.

revisionistisch, großbudgetiert, BLÄMtastic


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