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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:05

Nail´d

14.12.2010

Ich fliege, also bin ich

Oder: Arcade-Racer nail'd zelebriert den Rausch

Wenn es eine Konsole gibt, auf der nail'ed wirklich zuhause wäre, dann ist es Segas Dreamcast. Man stelle sich die Fahrphysik von Crazy Taxi vor, verfrachte das Fahrzeug in absurd landschaftlich vollgestopfte Skript-Eventlevel (Ein Wal ist hinter Sonic her!) und hört dann den Entwickler schelmisch lächelnd sagen: »Worauf wartest Du? Gib endlich Vollgas!« RUDOLF INDERST vernichtet Höhenmeter und gibt sich dem Caillois'schen Ilinx hin.

 

Die Motorengeräusche inklusive Boosts sind schrecklich: Sie klingen dünn und kraftlos, nach spätestens drei Rennen auch reichlich nervend. Der Soundtrack ist für Rock- und Metalhasser wie mich ein Nightmare on HELM Street. Gefühlte 10 Strecken sind natürlich verglichen mit anderen Rennspielen ein mageres Sortiment. Zündet der Turbo, erlahmt die Bildrate drastisch. Aber, geneigte LeserInnen, das ist alles vollkommen ohne Relevanz.

 

Oh shit, oh shit oh shit!

Rennspiele sind nicht mein Ding. Das einzige, was ich an ihnen schätze, ist ihre definitive Portionierbarkeit. Nach einem Rennen, wenn es nicht gerade ein Cup ist, kann man meist wieder aussteigen. Ältere Herren haben das oft nötig, das gebe ich zu. Ursprünglich hatte ich vor, in diesem kurzen Text die beiden Titel nail'd und den neuen Need for Speed-Ableger Hot Pursuit gegenüber zu stellen. Dass es nun zu eigenen Zeilen für Deepsilvers Spaßraser kommt, hat einen einfach Grund: die Sprungpassagen des Spiels.

Wenn Gefühle nur schwierig zu beschreiben sind, bemüht man einen Vergleich. In diesem Fall denke ich zuerst an Hollywood-Filme, in denen in etwa der Held einer kommenden Schnee-Lawine ins Gesicht sieht und immerfort brüllt: »Oh shit, oh shit, oh shit!« Die surrealen Tiefen, in die sich mein Avatar in nail'd mit seinem Gefährt (das ich immer noch mit typischen Türkei-Club-Urlauben assoziiere), dem Quad, stürzt, wirken gleichzeitig halsbrecherisch gefährlich und doch befreiend. Wie sagt Vin Diesel als Dom so schön in The Fast and the Furious: »I live my life a quarter mile at a time. Nothing else matters: not the mortgage, not the store, not my team and all their bullshit. For those ten seconds or less, I'm free.« Das trifft es.



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