Aussteigen?
Egal, ob in Wüsten-, Wald-, Strand- und Bergregionen: Die Dualität aus Räuber und Gendarm bedingt sich: Eine(r) kann ohne die/den andere(n) nicht sein. Need For Speed Hot Pursuit zelebriert diese Zwangsbeziehung. Die Intensität der Verfolgungsjagden kann durch mehrere Waffen noch gesteigert werden. Außerdem werden die Verfolgungen im Verlauf ebenfalls furioser. Ob Verdächtige mit verschiedensten Polizeiwaffen ausgeschaltet werden oder man als Racer mithilfe von Fluchtausrüstung die Cops überlistet, es gibt immer Möglichkeiten, sich Vorteile gegenüber den Widersachern zu verschaffen.
Wie nicht anders zu erwarten, ist die technische Umsetzung des Spiels äußerst gelungen: beeindruckender Sound und eine satte Graphik, die sich auch bei Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge nicht beugt, werden Racing-Freunden sehr gut gefallen. Das Fahrgefühl ist nicht so sehr der Tradition des Arcadigen verpflichtet wie die Burnout-Reihe, auch können einzelnen Rennen recht lange andauern. Der Schwierigkeitsgrad fällt mitunter also recht happig aus.
Der Kulturwissenschaftler in mir würde natürlich gerne das Rennen abbrechen können, er würde aussteigen - sprichwörtlich - um sich die Natur anzusehen, vielleicht würde er einen Wanderer treffen oder einen Camper? Es ist schade, dass die Natur nur eine Kulisse, etwas Vordergründiges, ein Potemkinsches Dorf bleiben muss, um den Spielablauf nicht zu stören. Aber wer weiß schon, was 2011 bringen wird?

