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Freitag, 25. Mai 2012 | 00:42

Digitaler Appetithappen: Killzone 3

29.03.2011

Ein einziger wilder Grenzbereich

Hardware-exklusiv? 3D-Unterstützung? Move-Support? Na, da schauen wir uns doch einmal Killzone 3 für die PlayStation 3 näher an. Schafft es die niederländische Totalitarismus-SciFi-Sage erneut, die Action-Krone auf der Konsole wie zu Prequel-Zeiten an sich zu reißen? 

 

Das Andere - Das Abstoßende

Es wagnert und wabert an allen Enden! Die Welten des Stalinismus und des Faschismus verschmelzen zu einem gigantischen, planetaren Sozialkonstrukt namens Helghast, das ausschließlich den Bürger im Waffenrock zu kennen scheint. Und gerade dieses Volk hat uns Spielerinnen den Krieg erklärt. Das Ziel ist es dabei, uns nicht einfach in die Knie zu zwingen, sondern uns (an guten Tagen) zu unterjochen oder uns (an schlechten Tagen) auszurotten. Wollen wir uns das gefallen lassen? Wollen wir diesen Teufel damit durchkommen lassen? Mist, jetzt greifen bei uns schon dieselben Verführungstaktiken: Der/Die/Das Andere ist das Unberechenbare, das Gefährliche, das Abstoßende. Zumindest DAS begreift man als hartgesottener FPS-Soldat schon nach wenigen Spielminuten. 

 

Double the gun, double the fun

Die recht cineastisch-inszenierte Story von Killzone 3 knüpft an die Ereignisse des Vorgängers an: Diktator Visari ist tot. Der nukleare Gegenangriff der Helghast im Kampf um den Planeten Helghan hat die Flotte der ISA zerstört und die Bodentruppen zerstreut. Mann für Mann fällt nun in die Hände der Helghast oder wird getötet. Ohne Nachschub kämpfen die verbliebenen Truppen einen Kampf ohne Hoffnung, um ihre Kameraden zu retten und vom Planeten zu entkommen. Um zu überleben, müssen sich die hoffnungslosen ISA-Truppen auf ihren angsteinflößenden Gegner einstellen und dessen fürchterliches Arsenal gegen ihn werfen.

 

Zum ersten Mal kann die Geschichte als Koop-Abenteuer angegangen werden. Und genau das war der Grund für mich, das Geld auf den Ladentisch zu knallen und zu brüllen: »Her mit dem Titel oder Ihr lernt meine Physik-Engine kennen!« Zusammen war die Kampagne nach etwa sechs Stunden bewältigt und die Meinungen im Raum (wir gingen die Chose zu dritt an) waren durchwegs positiv, freilich in erster Linie, was die Technik betrifft: Die Grafik gehört zu dem Besten, was die Hardware leistet und bieten kann. Der Sound ist AAA-mäßig abgemischt: Sowohl Sprecher als auch Atmosphäre passen wunderbar zu den vielen unterschiedlichen Schauplätzen.

 

Die andere, die politische Ebene von Killzone 3, ist natürlich ein einziger, wilder Grenzbereich der Lust am Verbotenen, am angenehmen Schauer der charismatischen Terrorrelikte des 20. Jahrhunderts. Hier verpasst es der Titel erneut, psychologisch in die Tiefe zu gehen. Die Hatz von shoot-out zu shoot-out rührt allerdings dergestalt nicht am Herzen der Spielerinnen; eine packende Geschichte oder Raum für Emotionen bietet der Titel leider nicht.

 



 

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