Zurück im Tenniszirkus
Für die schrecklich-schöne, nach japanischen Spielkonventionen geprägte, World Tour im Spiel bastelt man sich selbstredend eine obskur-hässliche Figur und freut sich diebisch bei den Close-Ups über die geschaffene Greulkreatur! Statt einer Sozialkritik der Marke »Russische Tenniswunderkinder werden in deutschen Leistungscentern gepeinigt, bis sie – die Kindheit verloren habend – fallengelassen und die verarmte Heimat zurückgeschickt werden, weil sie beim ersten größeren Turnier nicht die erwartete Leistung zeigten«, gibt es Virtua Tennis nur Lob, Slice und Top Spin zwischen Sportmassage, Fananfragen und Luxushotels.
Zwar kommt die Konkurrenz weitaus seriöser daher, das alleine kann aber eingefleischte Freunde des Sega-Titels nicht allzu sehr locken, weil sie eben viel lieber ihr »Mond-Tennis« (wie entschiedene Gegner des arcadigen Gameplay rufen – ohne, dass das Spiel im Übrigen jemals in den Spielhallen dieser Welt erhältlich gewesen wäre) spielen. Dazu gehört natürlich auch der satte Power Shot, der mit nicht weniger als eine heißen SloMo eingeleitet wird – kommt dieser dann auch noch während eines gewagten Hechtsprungs zum Einsatz, wird Virtua Tennis endgültig für 2 Sekunden zum Todesballett eines John Woo oder Sam Peckinpah.