Infamous 2
Zwei Titel der jüngeren Videospielgeschichte treiben deutschen Videospielredakteuren offensichtlich Aussprache-Schweißperlen auf die Stirn, wenn es um das Vertonen ihrer Arbeit, zum Beispiel in Podcastform, geht. Da ist zum einen dieses Tomp Reider oder Tumb Reider und dann eben dieses In-famous. Seit Anfang Juni liegt zu Letzterem der Nachfolger in den Regalen.
Cole MacGrath startet sein elektrisierendes zweites Kapiel auf PlayStation 3. Im ersten Teil der Serie ist er auf mysteriöse Weise zu auf Elektrizität basierenden Kräften gekommen, mit denen er umzugehen lernen musste. Nun zerstört eine übermächtige Kraft, nur als die Bestie bekannt, Coles Heimatstadt Empire City. Er nimmt die Verfolgung bis in die Südstaatenmetropole New Marais auf und setzt sich zum Ziel, der Zerstörungswut der Bestie ein Ende zu setzen. Während Cole den Kampf aufnimmt, trifft er in der Stadt auf unterschiedlichste Gruppierungen und Persönlichkeiten, auf deren Hilfe er teilweise bauen kann – die ihm aber auch mächtig Steine in den Weg legen können. Es liegt an Cole selbst, ob er zum gefeierten Helden oder gefürchteten Schurken wird. Umso wichtiger, dass Cole eine ganze Reihe mächtiger Superkräfte hinzugewinnt, um seine Feinde zu besiegen. Ob er sich der guten oder der bösen Seite anschließt, um seine Ziele zu erreichen, beeinflusst den Fortgang der Spielereignisse. Es obliegt den SpielerInnen zu entscheiden, welchen Weg sie einschlagen möchten.
Es handelt sich um ein von der Fachpresse sehr positiv aufgenommenes Actionfeuerwerk, das moralische Entscheidungsfindung zwar unangenehm brechstangenartig in einer immer wieder mehr als holprig erzählten Geschichte herbeiführt, aber technisch nicht weniger als eine elektrisierende Gesamtleistung darstellt. Bisweilen kann man sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, das geplante Gesamtpaket wiegt zu schwer auf den Schultern des Entwicklerteams.