In Hogwarts nichts Neues
Die Handlung bietet keinerlei Überraschungen und bleibt immer innerhalb der Grenzen, die der Film gezogen hat. Erzählt wird hauptsächlich durch diverse Cutscenes, die zwar, wie das gesamte Spiel, grafisch überzeugen können, oftmals aber durch Logiklücken eher einen verwirrenden Eindruck hinterlassen. So tauchen Charaktere wie Molly Weasley und Prof. McGonagall ohne nachvollziehbaren Grund im Spiel auf und mischen in dem wilden Gemenge kräftig mit. Unschlüssig sind teilweise auch die Übergänge zwischen den einzelnen Levels – frei nach dem Motto: Da drüben gibt es auch noch etwas zu tun, also auf die Besen und hingeflogen! Wer das Buch oder den Film nicht kennt, wird mit der Handlung nicht viel anzufangen wissen.
So detailreich und originalgetreu das düstere Leveldesign auch ist – Abwechslung kommt trotzdem kaum auf. Jeder Spielabschnitt läuft nach demselben Prinzip ab, denn »Ducken und Feuern« heißt die Devise des modernen Zauberers. Auch die Bosskämpfe sind kaum fordernd und bieten bis auf kleinere Quick-Time-Events und eine längere Lebensleiste kaum einen Unterschied zu den normalen Gegnern. Der letzte Kampf gegen Voldemort stößt da besonders sauer auf und ist ebenfalls recht arm an Highlights. Auch der Challenge-Modus birgt weder Abwechslung noch Anreiz, da hier nur alle normalen Missionen innerhalb eines Zeitlimits nachgespielt werden können.
Lediglich die musikalische Inszenierung weiß zu gefallen und passt sich der Grundstimmung des Spiels und den Aktionen auf dem Bildschirm an. Auch die Sprecher machen ein guten Job und die Unterhaltungen der Spielfiguren wirken zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder nervig.
Es ist schon eine Schande, dass es bis jetzt keinem Entwicklerteam gelungen ist, der fantasievollen und spannenden Welt von Harry Potter soweit Leben einzuhauchen, dass der Spieler sich darin verlieren kann – ganz ohne das Verlangen endlich zum Ende zu kommen. Stoff dafür bieten die Bücher immerhin genug. So bleibt nur der Nachgeschmack eines weiteren Fast-Food-Spiels und eine erneute Bestätigung, dass man Filmtitel in der Regel im Regal stehen lassen kann.
