Über Limbo zu schreiben kann problematisch sein. Genau genommen passiert nämlich nicht viel in dem kurzen Plattformer. Ein kleiner Junge läuft in einer bedrohlichen monochromen Welt von links nach rechts, weicht Gefahren aus, hüpft über Abgründe, löst Puzzles mit Kisten und Schaltern – und stirbt und stirbt und stirbt tausend Tode. Belässt man es auf der Beschreibung der einzelnen Bestandteile des »Spiels« Limbo, so klingt das nicht besonders nach dem beeindruckenden, wichtigen und klugen Indie-Hit, den die Spielepresse herbeigeschrieben hat. Es klingt nach so gut wie jedem zweiten Indie-Game.
Das aber würde Limbo nicht gerecht werden. Es ist nämlich größer als seine Bestandteile. Ja, Limbo ist ein Plattformer, es zitiert aber nicht Super Mario Bros. sondern »Cinematic-Platformers« wie Another World oder Heart of Darkness, in denen Stil immer wichtiger war als reine Hüpf-Mechaniken – und in denen wiederholte und plötzliche Protagonistentode zum Standard gehörten.