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Digitaler Appetithappen

27.09.2011

Graubraun-grüner Actionalltag

Diese Woche hagelt es eine Doppelpackung Action: der PlayStation3-exklusive First Person Shooter Resistance 3 und der Multiformat Third Person Shooter Warhammer 40.000: Space Marine halten durch ihren bleihaltigen Dauerbeschuss RUDOLF INDERST im Adrenalinflow. 

 

Resistance 3 - bist Du der Widerstand?

Die Handlung von Resistance 3 spielt im Jahre 1957 in einem völlig verwahrlosten Nordamerika. Fast die komplette Erdbevölkerung  wurde bereits durch die Invasion der parasitären Alien-Rasse der Chimera ausgelöscht. Es gibt nur noch wenige Überlebende. Die haben sich zu vereinzelten Menschenkolonien zusammengeschlossen und fristen ein Schattendasein, um dem übermächtigen Feind nicht in die Hände zu fallen. Jeder Mensch hat Angst um Familie und Angehörige – Panik macht sich breit. Welche Stadt steht als nächste auf der Abschussliste? SpielerInnen erleben diese dystopische Epoche als Joseph Capelli, der sich über Umwegen auf den Weg nach New York machen muss, um einen möglichen letzten Trumpf gegen die Invasoren ausspielen zu können – ein Virus, der die angeschlagene Menschheit auf die Siegerstraße katapultiert. 

 

Der Titel, der auf der 3D und PlayStation Move läuft und unterstützt wieder einen Ko-op-Kampagnen-Modus, nachdem er in Teil 2 schmerzlich vermisst wurde. Das Spiel überzeugt weniger durch seine nicht gänzlich vorhandene TripleA-Grafik, sondern durch seine stimmig-hoffnungslose Atmosphäre: ein herunterinvasiertes Land voller sichtbarer Risse und Brüche. In seinen besten Momenten erinnern die Set Pieces an literarische Stücke zur amerikanischen Great Depression. Und nein, ich möchte trotzdem nirgendwo lesen – „John Steinbeck goes ballistic in Hooverville“.

 

Wie schon die sehr gute Marketingkampagne durch diverse kecke Clips nahe legte, erhielt das Spiel keine Jugendfreigabe. Einst stellte IGN die Frage, ob Resistance 1 denn ein Grund sei, die damals brandneue PlayStation 3 zu erwerben – „Ist dieses Spiel 600 Euro wert?“, lautete die zugespitzte Frage. Mittlerweile kann zumindest die Antwort gegeben werden: Hat man eine PlayStation 3 zu Hause, kann die Anschaffung aller drei Teile nicht als Fehlkauf gesehen werden. Danke, Sebastian. 

 

 

Warhammer 40.000: Space Marine - im Weltall hört Dich keiner schreien?

Warhammer 40,000: Space Marine versetzt Konsolenspielerinnen in das von großflächigen Kriegen erschütterte Warhammer 40.000-Universum. In der fernen Zukunft des 41. Jahrtausends kämpft die Menschheit gegen fuchsteufelswilde Außerirdische und vermeintlich dämonische Mächte um ihr Überleben. Man übernimmt die Rolle des ultimativen Verteidigers der Menschheit: eines Space Marines. Das Spielziel ist es, eine gewaltige Ork-Invasion auf einer der strategisch wichtigen Welten der Menschheit zurückzuschlagen. Zusammen mit einem Trupp kampferfahrener Space Marines kämpft man sich durch die Orkhorden und versucht natürlich, lange genug zu überleben, um herauszufinden, was die grünen Teufel auf dieser Welt wirklich suchen. 

 

Warhammer 40.000: Space Marine ist ein klassischer Third-Person-Shooter, der von Entwicklerteam Relic Games für PC, PlayStation 3 und Xbox 360 entworfen wurde und sich in erster Linie selbstverständlich an bedingungslose Fans des Warhammer-Universums richtet. Betrachtet man alleine die technische Seite, so fällt die herbe Mittelmäßigkeit des Spiels ins Auge. Cut Scenes wirken altbacken, die Außenumgebungen trist und tröge; die Waffen liefern nicht das entsprechende Feedback, das man sich von einem so mächtigen Testosteron-Monsterarbeitsgerät wünschen würde. Die deutsche Vertonung leidet an beständiger Unemotionalität – wer Antipathos sucht, ist hier sozusagen richtig. Der zentrale Bestandteil des Titels, nämlich der Kampf gegen die außerirdischen Horden, ist arg repetitiv – die Gegnerwellen rollen heran und werden entsprechend von Spielerinnenseite gestoppt.  

 

Dennoch sollte nicht verschwiegen werden, dass es eine geradezu burlesk komische Erfahrung darstellt, sich mit der Nahkampfwaffe schlechthin (nicht, nicht dem Lancer!), einem Kettensägenschwert, durch die Eingeweide der Gegner zu wühlen. Das Pack verdient es nicht anders – der Imperator will es so!

 

 

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