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Freitag, 25. Mai 2012 | 01:20

Renegade Ops

11.10.2011

Scheiße, das ist ja wie in den verdammten 80ern!

Immer dann, wenn Machismo, Testosteron, Zugang zu schweren Waffen und Ignoranz gegenüber vermeintlichen ›Drittweltstaaten‹ zusammenkommen, sind die Popaction-Medien der 1980er-Jahre nicht fern gewesen. Gut, Michael Bay lässt auch heute noch US-Jeeps durch ›Armensiedlungen‹ donnern und verkauft es als spaßbringende Kinetikhatz. Aber zurück zum Thema:  RUDOLF INDERST sieht sich Segas Download-Titel Renegade Ops an.

 

Superschurken verfolgen eine Agenda. Superhelden wollen sie daran hindern. Obwohl immer wieder beteuert wird, dass es eigentlich viel mehr Spaß machen müsse, den feisten Dreisten zu geben, landen Spielerinnen in den seltenen Fällen in den Rollen der Kinderfresser und Frauenbrater. Auch im vorliegenden Titel ist das nicht anders. Zu tun, bekommen es die Actionhelden mit einem gewissen Inferno, der mit sichtlichem Spaß (wahrscheinlich macht ihn GERADE dieser Zug für brave Arbeitsethiker so suspekt – ein Job, der Freude bereitet? Macht ihn fertig!) eine Großstadt nach der anderen in Dampf aufgehen lässt.

 

Die Pseudo-UNO hat nichts anderes zu tun, als lasch und unentschlossen nach dem Strohhalm der Verhandlung (vulgo: der Diplomatie), zu greifen. Ganz anders Captain Großschwanz. Seinen vermeintlich echten Namen habe ich vergessen. Er erinnert mich aber einen Captain Großschwanz, den ich einmal in einem Chuck Norris-Film sah. Oder Charles Bronson? Großschwanz also spuckt verächtlich aus, denn er hat vor, anders zu reagieren. Er möchte mit seinem Team, den Spielnamen gebenden Renegades, Inferno bleihaltig einheizen und dessen Treiben ein Ende setzen. Ach ja, Europäer kommen eben von der Venus, Amerikaner vom Mars.  

 

Macht alles kaputt! Alles.

Renegade Ops ist ein Twinstick-Topdown-Shooter, in dem Spielerinnen verschiedene Fahrzeuge (respektive Spezialfähigkeiten) und deren Lenkerinnen (reine Staffage) auswählen können, um Infernos Streitkräften zu Luft, zu Land und zu Wasser Saures zu geben. Technisch betrachtet schmeichelt Renegade Ops den Augen: die Gefechte sind knackig-laut inszeniert, die Erzählung wird in bewegten still shots comicartig zwischen den Spielabschnitten vorangetrieben. Spielerinnen erwarten südamerikanisch inspirierte Levelarchitekturen, die beizeiten von Bunkeranlagen unterbrochen werden.

 

Freilich entfaltet das Spiel, das übrigens mit einem gesalzenen Schwierigkeitsgrad daherkommt, seine wahre Stärke erst im Koop-Multiplayer. Wie so oft bei vergleichbaren Titeln artet das Spiel dann in eine gnadenlose Jagd auf bessere Performance der Teilnehmerinnen aus: MG-Feuer, Flammenwerfer, Bombenteppiche und Lenkraketen – das ist das Vokabular des Shooters und Renegade Ops spricht diese Sprache just like a native.

 

Ach so, und wenn es noch jemand interessieren sollte, Inferno endet äußerst infernal in seiner eigenen ›Betriebssauna‹.

 

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FETZT!
| von Manu, 11.10.2011

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