»Bist du krank?«, fragt ihr kühler Vorgesetzter Susan (Eva Green). Nein, nicht allein, nur unglücklich. Das sei das gleiche, erwidert ihr Vorgesetzter. Ihre Sehnsucht nach Nähe verbirgt die Seuchenforscherin hinter einem Schild aus Abweisung und Professionalität. Ebenso tut es ihr Gegenüber im lokalen und psychischen Sinne. Der sarkastische Michael ist Chefkoch in einem angrenzenden Gourmetrestaurant. Ein geteilter Innenhof, ein geteiltes Laster, ein geteilter Blick und eine zarte Liebesgeschichte beginnt in der endzeitlichen Romanze.
Das emotionale Herantasten an den anderen ist das Vorspiel zum physischen, das bald der einzige Kontakt ist, der dem Figurenpaar bleibt. S.O.S. Heißt die erste Stufe der schrittweise fortschreitenden Epidemie, die in Perfect Sense den seelischen Hilfeschrei der vom Essentiellen entrückten Zivilisation beantwortet: die Morsekurzzeichnen für »Rettet unsere Seelen«. Ein Sinn nach dem anderen verlässt die Menschheit begleitet von einer Welle heftigster Emotionen. Zurückbleibt eine geruchloses, geschmackloses, tonloses Grauen, in dem das Fühlen als vollkommene Wahrnehmungsform erscheint, als Perfect Sense. Epische Musik von Max Richter, spröde Bilder von Giles Nuttgens und ein reduziertes Ensemble tragen den zärtlichen Endzeitfilm, der bereits auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest auffiel. Wer ihn dort verpasste, kann ihn ab nun im Kino sehen.