Thomas Kistner: Fifa-Mafia TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 02:10

Litprom - Internationale Literatur

02.03.2010

Die 6. Bestenliste des Weltempfängers

Die neue Ausgabe des Weltempfängers präsentiert Literatur aus Argentinien, Frankreich, Kolumbien, Nepal, Somalia, Südafrika und Vietnam. Im Einzelnen:

 


Platz 1 - Samrat Upadhyay: Der Liebesguru (Nepal)

Aus dem Englischen von Philipp P. Thapa. Edition Kathmandu
Ein älterer Mathematiklehrer und Familienvater verliebt sich in seine blutjunge Nachhilfeschülerin. Nur oberflächlich gesehen eine Lolita-Geschichte aus Nepal, viel mehr eine Umbruchsgeschichte: In Kathmandu, der sich stets verändernden Metropole, und damit in Nepal gärt es politisch und sozial. Samrat Upadhyay inszeniert brillant die Dimensionen der Veränderungen als Geschichte einer Obsession in einer sehr konkreten, zwischen Tradition und Moderne durchgeschüttelten Gesellschaft. (Thomas Wörtche)  

 

Platz 2 - Antonio Dal Masetto: Als wärs ein fremdes Land (Argentinien)*

Aus dem Spanischen von Susanna Mende. Rotpunktverlag
Selbst als Kind mit seinen Eltern von Italien nach Argentinien ausgewandert, gilt Dal Masetto als einer der bedeutendsten Autoren des Landes. Zu Recht. Er nimmt uns mit auf die Reise der betagten Protagonistin, Auswanderin wie der Autor, zurück in das Dorf ihrer Kindheit, wo sie zum zweiten Mal und endgültig Abschied nimmt. Ein leises Buch über Entwurzelung und Heimatlosigkeit, ohne dramatische Zuspitzung, nachhaltig berührend. Großartig. (Anita Djafari)

 

Platz 3 - Laura Restrepo: Land der Geister (Kolumbien)

Aus dem Spanischen von Elisabeth Müller. Sammlung Luchterhand
Die ewigen kolumbianischen Themen – Gewalt, Drogen, Korruption und Elend – literarisch als Familienroman erzählt. Der Wahnsinn ist der Normalzustand, die Hauptfigur ist verrückt und das Delirium – „Delirio“ ist der sinnvolle Originaltitel des Romans – ist ein wichtiges Erzählprinzip. Laura Restrepos elegante Prosa zerlegt Geschichte in Mosaiksteinchen, sie ist es, die dem Buch und somit dem Leben in einer irren Umwelt Konsistenz gibt. (Thomas Wörtche)

 

Platz 4 - Nuruddin Farah: Netze (Somalia)

Aus dem Englischen von Reinhild und Gunter Böhnke. Suhrkamp
Eine wohlhabende, selbstbewusste Frau kehrt aus Kanada in das zerstörte Land ihrer Kindheit zurück, nach Somalia, das die Beute von drogensüchtigen Warlords und bigotten Islamisten geworden ist. Nuruddin Farah führt uns mit seiner Heldin durch die Hölle auf Erden, aber er erzählt doch von Rettung: Die Frauen, die vom Morden und vom Beten genug haben, sind es, die das Land, ihre frömmlerischen Söhne und gewalttätigen Männer retten werden. (Karl-Markus Gauß)

 

Platz 5 - Nguyen Huy Thiep: Der pensionierte General (Vietnam)

Aus dem Vietnamesischen von Günter Giesenfeld und Marianne Ngo. Mitteldeutscher Verlag
Was macht ein General, wenn er in Pension geht? Nguyen Huy Thiep hat die vietnamesische Literatur mit ihrem Hang zum Heroischen revolutioniert. Er kennt keine Kollektive mehr, nur noch Individuen. In elf Erzählungen schildert er Leben und Innenleben einfacher Leute in der Stadt und auf dem Land. In aller Schlichtheit wurden die Geschichten exzellent übersetzt und in einem Nachwort fundiert kommentiert. (Katharina Borchardt)

 

Platz 6 - André Brink: Kupidos Chronik (Südafrika)

Aus dem Englischen von Inge Leipold. Osburg Verlag
Literarisch kraftvoll erzählt André Brink in "Kupidos Chronik" vom historischen Südafrika. Die Geschichte spielt im 18. Jahrhundert als Kupido Kakkerlak der erste "eingeborene" Missionar in der burischen Kolonie Südafrika wurde. Ein afrikanischer Roman in der Tradition des magischen Realismus. 
(Andreas Fanidazeh)

 

Platz 7 - Alain Mabanckou: Black Bazar (Demokratische Republik Kongo)

Aus dem Französischen von Andreas Münzner. Liebeskind Verlag
Die Welt der Einwanderer aus dem Kongo, die Welt der schwarzen community im Paris von heute: Der Ich-Erzähler als belesener Bohemien inmitten von Lebens- und anderen Künstlern, darunter ein guter Bekannter: Louis-Philippe Dalembert aus Haiti. Süffig unterhaltsam. (Anita Djafari)

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Ecce Homo

»Siehe, der Mensch!« - so wird allgemein Ecce Homo übersetzt. Napoleon soll Ähnliches zu Goethe bei ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Maigrüße

Ich liebe den 1. Mai. Tag der Arbeit! Der Tag an dem wir den Vorkämpfern der Arbeiterbewegung gedenken. Der Tag, an dem wir demütig unsere Häupter neigen vor | weiterlesen

Stipendien und mehr

Die Literaturstiftung Bayern will das literarische Schaffen in den bayerischen Städten und Regionen unterstützen und die Literaturarbeit sichern. Mit ihrer Hilfe sollen bayernweite ...