Die Jury unter dem Vorsitz von Jochen Hieber (FAZ) begründete die Wahl Georg Kreislers wie folgt: „Der Friedrich Hölderlin-Preis 2010 der Stadt Bad Homburg v.d. Höhe (Stiftung Cläre Jannsen) wird verliehen an Georg Kreisler für sein Lebenswerk. Mit Liedern, Gedichten und Stücken, erzählenden und autobiographischen Schriften hat er, der ein Vertriebener war und sich selbst einen Heimatlosen nennt, im freundlichen Asyl der Künste Refugien gesucht und gefunden. Seit Jahrzehnten bestechen sein wissender Spott, sein scharfer Blick auf die Zeit, sein satirisches Vermögen, sein melancholischer Esprit. Ihn im Namen Hölderlins auszuzeichnen, heißt, mit dem Wechsel der Töne auch dem dauerhaft poetischen Rang seines Oeuvres Reverenz zu erweisen.“
Georg Kreisler ist am 18. Juli 1922 in Wien geboren. Er emigrierte 1938 mit den Eltern in die Vereinigten Staaten von Amerika und ist seit 1943 amerikanischer Staatsbürger. Georg Kreisler lebt heute mit seiner vierten Ehefrau, der Kabarettistin Barbara Peters, in Salzburg.
Georg Kreisler hat als Chansonnier bereits in den 70er-Jahren hohe Popularität erlangt. Neben seinen mehr 500 Liedern hat er aber auch Romane, Essays, Kurzgeschichten und Opern veröffentlicht. Zuletzt erschienen von ihm Sammlungen mit Gedichten, Prosatexten sowie alten und neuen Chansons, unter anderem Wenn Ihr lachen wollt… (2001), Mein Heldentod (2003) und Leise flehen meine Tauben – Gesungenes und Ungesungenes (2005). 2009 veröffentlichte der Arche-Verlag unter dem Titel Letzte Lieder Kreislers Autobiografie. Und ganz aktuell erschien im März diesen Jahres im Verbrecher Verlag eine Gedichtsammlung unter dem Titel Zufällig in San Francisco.