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Freitag, 25. Mai 2012 | 02:43

Erich Fried Preis 2011 geht an Thomas Stangl

21.06.2011

Zwischenraum, Schnittstelle, Übergang

Der österreichische Autor Thomas Stangl erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis 2011 – so hat es in diesem Jahr die alleinige Jurorin, die Autorin Barbara Frischmuth, bestimmt. Die Preisverleihung durch Bundesministerin Claudia Schmied findet am Sonntag, den 27. November 2011 im Literaturhaus Wien statt, als Abschluss und Höhepunkt der Erich Fried Tage 2011.

 

Thomas Stangl wird zudem bei den Erich Fried Tagen 2011 aus dem Kurzprosa- und Essayband Reisen und Gespenster lesen, der im Frühjahr 2012 bei Droschl erscheinen wird.

 

Barbara Frischmuth in ihrer Jurybegründung:

»Ich habe mich für Thomas Stangl entschieden, in dessen Literatur es, wie er selbst sagt, um die Zwischenräume, die Schnittstellen und die Übergänge geht, so dass sich der Blickwinkel seiner Leser zusehends zum nicht ohne weiteres Wahrnehmbaren hin verschiebt, als gälte es, die verschiedenen Schichten der Luft sichtbar zu machen.«


Der Erich Fried Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache vergeben. Gestiftet wird die Auszeichnung vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Für die Auswahl zeichnen jährlich wechselnde, autonom entscheidende Autorenkolleginnen und Autorenkollegen verantwortlich. Bisher wurden u. a. Christoph Hein, Robert Schindel, Paul Nizon, Gert Jonke, Oskar Pastior, Robert Menasse, Marcel Beyer, Peter Waterhouse, Alois Hotschnig, Esther Dischereit und zuletzt Terézia Mora ausgezeichnet.


Thomas Stangl wurde 1966 in Wien geboren, wo er Philosophie und Hispanistik studierte und 1991 sein Studium mit einer Arbeit über dekonstruktive Literaturtheorie abschloss. Seit Beginn der 1990er Jahre publiziert er Essays, Rezensionen und später Prosaarbeiten in Tageszeitungen und Literaturzeitschriften. Sein erster Roman Der einzige Ort (Droschl Verlag) erschien 2004 und wurde mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. 2006 folgte der zweite Roman Ihre Musik (Droschl Verlag). Mit einem Auszug aus seinem dritten Roman Was kommt, der 2009 ebenfalls bei Droschl erscheint, gewann Thomas Stangl beim Bachmann-Preis in Klagenfurt den Telekom-Preis. Thomas Stangl lebt und arbeitet in Wien.

 

Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl):

Förderpreis der Stadt Wien (2002), Österreichisches Staatsstipendium 2005/6 und
Projektstipendium 2007/8, Hermann-Lenz-Stipendium(2004), Literaturförderpreis des
österreichischen Bundeskanzleramts (2005), Telekom-Austria-Preis bei den Tagen der
deutschsprachigen Literatur (2007), Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft (2007), Heinrich-
Heine-Stipendium Lüneburg (2009), manuskripte-Preis des Landes Steiermark (2009),
Literaturpreis Alpha der Büchereien Wien und Casinos Austria (2010)

 

Erich Fried Tage 2011

Wann und wo: Vom 23. bis 27. November 2011 im Literaturhaus Wien

Unter dem Titel SHORT CUTS – in Anlehnung an Robert Altmanns Verfilmung von Erzählungen des US-amerikanischen Autors Raymond Carver – widmen sich die von Anne Zauner kuratierten Erich Fried Tage 2011 der Kurzprosa.

 

Rund 35 AutorInnen aus 10 Ländern präsentieren fünf Tage lang Kurzgeschichten, Kürzesttexte, Erzählungen, Tagebuchnotizen, Fragmente, literarische Kolumnen, Miniaturen, Aphorismen und literarische Blogs.

 

PROGRAMM

Mittwoch, 23. November 2011:
Der Auftakt ist Erich Fried (1921-1988), dem Patron der seit 1999 zweijährlich stattfindenden Literaturtage, gewidmet, der im November seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Walter Hinderer, Professor Emeritus der renommierten US-amerikanischen Universität Princeton, wird sich mit Frieds kurzen Prosastücken befassen, einer wenig bekannten Seite des unermüdlichen Lyrikers und literarischen Übersetzers.

 

Donnerstag, 24. November 2011:
Der niederländische Autor Cees Nooteboom eröffnet das literarische Programm mit einer Lesung aus dem „Schiffstagebuch“ (Suhrkamp, 2011). Susanne Schaber, Herausgeberin der Gesammelte Werke, wird mit Noteboom über das Führen von Tagebüchern und die Lust am Fragmentarischen sprechen.

 

Freitag, 25. November und Samstag, 26. November 2011:
Während der Freitag den unterschiedlichsten – auch experimentellen – Kurzprosa-Formen gewidmet ist, steht der Samstag ganz im Zeichen der klassischen Erzählung. An beiden Tagen finden nachmittags Roundtables und abends Kurzlesungen statt – u. a. mit Bjarte Breiteig, Ulrike Draesner, Brigitta Falkner, Jagoda Marini , Harald c Martenstein, Sjón und Jochen Rausch.

 

Sonntag, 27. November 2011:
Verleihung des Erich Fried Preises 2011 an Thomas Stangl durch Kunstministerin Claudia Schmied. Die Laudatio auf Thomas Stangl hält Barbara Frischmuth.

 

KURZTEXTMASCHINE

Seit kurzem ist bereits eine eigens für die Erich Fried Tage eingerichtete Kurztextmaschine online, die literaturinteressierte UserInnen einlädt, ausgehend von einem Satz aus dem Werk eines österreichischen Autors, einer Autorin, selbst literarische (Kurz-)Texte zu produzieren. Ein Best of wird während der Fried Tage 2011 im Literaturhaus zu sehen sein.

 

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