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Freitag, 25. Mai 2012 | 02:45

Ehrung für Elke Erb

26.07.2011

Übersetzen als Erkenntnisvorgang

Anlässlich des 31. Erlanger Poetenfests vergibt die Kulturstiftung Erlangen zum vierten Mal den »Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung«. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr an Elke Erb verliehen. Die Jury würdigt damit ihr übersetzerisches Gesamtwerk, das »kritisches Urteilsvermögen« und »poetische Gestaltungskraft« vereint. Elke Erb nimmt die Auszeichnung am Freitag, 26. August 2011, 19:00 Uhr, im Erlanger Markgrafentheater entgegen, die Laudatio hält die schweizerische Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin Ilma Rakusa.

 

Elke Erb erhält den vierten Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Seit über 40 Jahren gehört Elke Erb zu den herausragenden Übersetzerinnen beider Deutschland. Ihre Nachdichtungen und Übersetzungen – vor allem aus dem Russischen – verbinden kritisches Urteilsvermögen und poetische Gestaltungskraft. Übersetzen ist für Elke Erb ein Erkenntnisvorgang, der in der ‚Steinbrucharbeit’ am fremden Gedicht die schöpferischen Möglichkeiten der eigenen Sprache erweitert. Zuletzt übersetzte sie unter anderem Ales Rasanau, Oleg Jurjew und Olga Martynova.

(Aus der Begründung der Jury)

 

Deutschland besitzt über tausend Literaturpreise, aber noch immer auffallend wenige Übersetzerpreise. Dieses Missverhältnis hat vor allem etwas mit dem nach wie vor mangelnden Bewusstsein dafür zu tun, dass der internationale Erfolg eines Buches wesentlich von der Qualität seiner Übersetzungen abhängt. In dieser Situation hat sich das Erlanger Poetenfest die Förderung von Poesie als Übersetzung zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des 24. Erlanger Poetenfests 2004 wurden erstmals Autoren als Übersetzer eingeladen. Die Erlanger Übersetzerwerkstatt soll die Stellung der Übersetzer im Literaturbetrieb stärken. Mit Übersetzerwerkstatt und Übersetzerpreis wollen das Erlanger Poetenfest und die Kulturstiftung Erlangen gemeinsam das Bewusstsein dafür schärfen, wie sehr gerade Übersetzungen die deutschsprachige Gegenwartsliteratur bereichern.

 

Die Jury des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung besteht selbst aus Übersetzern. Dieses bislang einzigartige Konzept verbürgt die sprachschöpferische Qualität der ausgezeichneten Arbeiten. Der Jury gehörten in diesem Jahr an: Barbara Köhler, Annette Kopetzki, Adrian La Salvia (Jury-Sprecher), Benedikt Ledebur, Ilma Rakusa, Ulf Stolterfoht und Peter Waterhouse. Der Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung wurde bisher an Felix Philipp Ingold (2005), Georges-Arthur Goldschmidt (2007) und Barbara Köhler und Ulf Stolterfoht (2009) verliehen.

 

Schreibwerkstatt - Gesellenstück

Meine erste Übersetzung – ein Text von Marina Zwetajewa.

Vierzig Seiten Prosa, ich arbeite ein halbes Jahr daran. [...]

Ein halbes Jahr lang, mittags bin ich erschöpft

bis zum Taumeln, abends erschöpft,

fordert die Sprache des Originals, daß ich mich

durch den Schutt meiner Sprache hindurcharbeite,

– ihm nicht nur entkomme

wie zu einem meiner gelegentlichen und kurzen eigenen Texte,

ihn nicht mehr nur durchstoße

mit einem Satzteil aus wenigen Worten, der von irgendwoher

aus dem Stummen gedrungen, ein Text zu werden

verspricht und erheischt,

nein, stets, Wort für Wort, Satz für Satz,

einen fertigen Text habe ich nachzubauen.

Erkenne, was Schutt ist von dem, was du redest,

finde, was hält.

 

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in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

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