Die Härte im Titel ist nur eines der Spiegelbilder, das sich in diesem zweischneidigen Schwert zeigt. Zum einen der Blick zurück auf eine Zeit, der man sich sprichwörtlich entwachsen fühlt. Auf der anderen Seite bereits erste Anzeichen von Nostalgie und Sehnsucht danach. Maurice Ernst (voc/git), Peter Horazdovsky (b), Michael Krammer (git) und Andreas Födinger (dr) haben – eher aus einem verspielten Zufall heraus – in Italien reichlich metaphorische Unterlagen für ihren Zweitling gefunden. So steht Jesolo symbolisch für ein Elternverhältnis, das von wenigen Gemeinsamkeiten außer dem heiligen Familienurlaub am heißgeliebten Mittelmeer zu erzählen weiß.
Man muss mitunter zweimal hinhören, um Maurice Ernsts hinterlistige Wort- und Sinnspiele zu durchschauen. Darf man als spontanes Allgemeinwissen voraussetzen, dass ein Venezianischer Spiegel ein halbdurchlässiger ist (und damit den Text selbigen Stücks in ein ganz anderes Licht rückt)? Oder dass La voce della luna nach einem Fellini-Film mit Roberto Benigni benannt ist.