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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:17

Wulffische Kollateralschäden

20.02.2012

Männerfreundschaft und Metaphysik

Wie der Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg durch sein Verhalten, das exakt dem eines geistig minderbemittelten Kleinkriminellen entsprach, nachdem man ihn des Plagiats überführt hatte, das gesamte ethisch-historische Repertoire des Ehrbegriffs, auf das sich der Adel als letzten Distinktionsgrund vom Bürgertum noch etwas zugute hielt, in Verruf gebracht hat, so gehört der unschuldige Terminus der bürgerlichen »Männerfreundschaft«, die es ja auch wirklich gibt, zu den folgenreichen Kollateralschäden, die der in zweifacher Hinsicht jüngste Bundespräsident schon übel zurichtete, bevor er bei dessen Missbrauch erwischt wurde & er daraufhin die Konsequenz seines Rücktritts in ein komfortables Rentnerdasein mit 199.000 Euro pro Jahr zog. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Kurios, will sagen: hochironisch ist es jedoch, dass offenbar der einzige, der sich zuletzt noch getraute, den längst überfällig gewordenen Christian Wulff öffentlich (i.e. im Unterhaltungsfernsehen der Talkshows) zu verteidigen - der ehemalige Pfarrer & CDU-Generalsekretär Peter Hintze (& wohl der einzige wie auch  letzte Freund Wulffs) - es war, dessen fürsorglichen Verteidigung es der Freund Wulff »verdankt«, dass er schneller als von beiden erwünscht, endgültig abtreten musste. Das könnte einen fast zum Metaphysiker machen, der an die Hegelsche »List der Vernunft« im Dienst der allgemeinen Welt-Gerechtigkeit glaubt.

 

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