Acht Strategien für eine bessere Welt
Wenn Stolzes Buch etwas deutlich macht, dann dies: Es gibt Medikamente gegen Alzheimer. Aber ihre Wirkung ist medizinisch nicht belegt. Häufig bekämpfen die Arzneien weniger die Krankheit als die Angst davor, sich selbst schleichend zu vergessen.
Nachdem Stolze in ihrem Buch das für Mediziner komfortable »Haus Alzheimer« eingerissen hat, stellt sie ihre eigenen Überlegungen jenen der Schulmedizin gegenüber. Da viele Gedächtnisschwächen und -störungen eigentlich »vaskuläre Demenzen« seien (dabei handelt es sich um Mini-Schlaganfälle, die nach und nach das Gehirn zerstören), schlägt Stolze zur Abhilfe die älteste Medizin der Welt vor: gesunde Lebensführung, Bewegung und Geselligkeit. Die aufgestellten acht Strategien sind allerdings mäßig überzeugend, weil sie kaum mehr bieten, als Großeltern ihren Enkeln auch empfehlen.
Zwar macht Vergiss Alzheimer! auf ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufmerksam. Aber die notwendige Debatte um die Rolle der Medizin und welchen Anteil ökonomische Überlegungen dabei spielen, kann das Buch weder entzünden noch lösen. Dafür ist es zu einseitig recherchiert, eine Gegenstimme fehlt komplett. Vergiss Alzheimer! ist ein Schritt hin zu einer Debatte, die geführt werden muss. Wünschenswert ist eine Reaktion der namentlich genannten Mediziner und vielleicht ist das dann der Debatteneinstieg.