Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Eli Pariser: Filter Bubble Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 06:45

 

Der Digitale Grimm

23.09.2004


Triumph der Technik

Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, deren Namen jeder kennt, dem einmal Märchen vorgelesen wurden, ist eine der faszinierendsten Leistungen der deutschen Philologie. Jetzt auf CD-ROM.

 

Wissen Sie, was ein Segenkorn ist? Oder eine Dachfette? Oder ein Pfahlpäuschel? So etwas muss man in der Regel nachschlagen. Dafür bietet sich seit anderthalb Jahrhunderten „der Grimm“ an, das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, deren Namen jeder kennt, dem einmal Märchen vorgelesen wurden. Dieses Wörterbuch ist eine der faszinierendsten Leistungen der deutschen Philologie, ein Ausfluss unvorstellbaren Fleißes, den auch gerne in Anspruch nimmt, wer über ihn spottet. Freilich: wer bislang im Grimmschen Wörterbuch lesen wollte, musste in eine Bibliothek gehen oder, wenn er die vergleichsweise preiswerte und bald verramschte Taschenbuchausgabe besaß, viel Platz in seinem Bücherregal übrig haben.

Man kennt die Technikfreaks, die sich für alles begeistern, was neu ist und elektrischen Strom verbraucht. Die Machbarkeit ist für sie bereits der Inhalt. Wie sinnvoll das ist, was da gemacht wird, darf nicht befragt werden. Hier nun bringt eine moderne Technologie, die CD-ROM, Vorteile, die nicht gering zu schätzen sind. Dass die 2 CD-ROMs auf gedruckten Büchern basieren, dass ihnen ein geradezu bibliophil ausgestattetes Begleitbuch beigegeben ist, als wollten sie sich ehrfurchtsvoll vor dem älteren Medium verneigen, soll nicht unerwähnt bleiben. Und ein Vorteil immerhin, ihr günstiger Preis, verdankt sich der Tatsache, dass die inhaltliche Arbeit, die Formulierung der Artikel, bereits geleistet war. Hinzu kam nun die immer noch beachtliche Leistung der Abschrift und der Übertragung ins eben noch neue und fast schon wieder veraltete Medium.

Dieses hat den Vorzug der rascheren Auffindbarkeit, der Möglichkeit zur Auswahl nach diversen Kriterien, zum aktiven Umgang mit dem historischen Material. Der besondere Reiz des Grimm liegt ja darin, dass sich ihm entnehmen lässt, wie Wörter zur Zeit der Grimms und lange davor verwendet wurden. Was heute im Zusammenhang mit der Rechtschreibreform so dröge und sinnentleert diskutiert wird, die Lebendigkeit der Sprache, ihre Veränderlichkeit in der Geschichte, lässt sich hier sinnlich erfahren. Man lese nur beispielsweise die Artikel zum Stichwort „Frau“ und zu den Zusammensetzungen mit diesem Wort. In ihnen steckt Kulturgeschichte, die bis heute von Belang ist. Und selbst solche Spielereien wie der rückläufige Stichwortindex haben noch einen praktischen Sinn. Er ersetzt ein Reimlexikon. Freilich: das macht noch keinen Dichter…

Thomas Rothschild


Der Digitale Grimm. Zweitausendeins

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...