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Freitag, 25. Mai 2012 | 06:54

Digitale Bibliothek

29.11.2007

1.200.000 Seiten

Und wie viele Wörter? Unzählbar. Auch die zweite Jubiläumsausgabe des elektronischen Nachschlagewerks „Digitale Bibliothek“ begeistert rundherum mit der kompletten Wiedergabe von dreißig bisher einzeln vorhandenen Titeln. Auf 3 DVD-ROMs und mit mehr als 62.000 Abbildungen. Von KLAUS HÜBNER

 

Die Ausweitung auf drei DVD war erforderlich, um die 23 Gigabyte große Datenmenge zu bewältigen. Die wiederum ergibt sich aus der dreifachen Menge an Abbildungen gegenüber der ersten Ausgabe im Jahre 2006. Um die gewaltige Lektüre zu bewältigen, braucht Mensch 32,9 Jahre. Vorausgesetzt, er liest täglich einhundert Seiten.

Diese nackten Zahlen allein sprechen schon für sich. Und flößen Respekt ein. Umso größer erscheint dann die eigentliche Überraschung – der Inhalt. Auch aus der Sicht eines Zeitgenossen elektronischer Medienvielfalt immer noch spannend und begeisternd sind die Lexika aus dem neunzehnten Jahrhundert. Nach dem Stand der zweiten Auflage (1904-1920) erklärt das von Otto Lueger herausgegebene „Lexikon der gesamten Technik“ den damaligen Stand einer stetig fortschreitenden Technisierung, die bis in das Alltagsleben der Menschen eindrang. Es bietet eine Fülle interessanter Darstellungen, in denen besonders sehr viele Wörter verzeichnet sind, die heute niemand mehr kennt und benutzt: "Abfachen, eine Wand durch Hölzer in Felder (Fache) teilen". Die elektronische Ausgabe basiert auf den acht Bänden, die zwischen 1904 und 1911 erschienen sind sowie den beiden Ergänzungsbänden von 1914 und 1920.

Siebzehntausend Stichwörter nennt das "Lexikon der Kunst - Der Seemann“, das von Gerhard Strauß begründet und von Harald Olbrich herausgegeben wurde. Von der "Salinar-Kultur" bis zum "Jenaer Glas" und der "Wellenhenkelkeramik" bleibt so gut wie nichts unerklärt. Dreihundertundneunzig Abbildungen beleuchten Fachbegriffe aus Architektur, Schmuck und Keramik. Stadtpläne, Grundrisse und Zeichnungen von Kultgegenständen spiegeln mehr als tausendjähriges Wissen.

Auf fast achttausendneunhundert Seiten angelegt ist "Die Geschichte des deutschen Buchwesens", die in einer Zeitschiene von 1440 bis 1999 wichtige Daten benennt. Farbige Abbildungen von Handschriften, Porträts bedeutender Buchdrucker, Buchhändler und Verleger stehen neben umfangreichen Textkonvoluten. Von Rudolf Schmidt steht etwa das mehr als zweitausend Seiten umfassende Standardwerk "Deutsche Buchhändler - Deutsche Buchdrucker: Beiträge zu einer Firmengeschichte des deutschen Buchgewerbes", das 1894 begonnen wurde, als Nachschlagewerk bereit.

Beeindruckend auch das komplette Werk von William Shakespeare – im englischen Original und in der deutschen Übersetzung. Hier ist es möglich, von der Originalseite mit einem Mausklick direkt in die entsprechende Seite der Übersetzung zu springen.

Weitere Highlights aus dreißig Bänden der "Digitalen Bibliothek": ein griechisch-deutsches Wörterbuch von Wilhelm Pape, "Märchen der Welt" in sechzig Sammlungen, von Vincent van Gogh auf sechstausendachthundertzweiundsiebzig Seiten "Briefe, Gemälde und Zeichnungen", erotische Literatur von Lysistrata bis Lady Chatterley, Goethes Briefe, Tagebücher und Gespräche, ein Lexikon der Weltarchitektur und vieles mehr.

Was die Menschen damals wussten, steht einer interessierten Kulturgemeinde auf kleinstem Raum mit größtmöglichem Nutzungskomfort zur Verfügung. Das technische Knowhow (Such- und Kopierfunktionen, vielfältige Verknüpfungsmöglichkeiten, Bilderdatenbank) genügt höchsten Ansprüchen. 

 

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