»Keine Gesellschaft dieser Welt kommt ohne Drogen aus«, ist der erste Satz von Mike Jays opulent illustrierter Drogenkulturgeschichte High Society, und dann geht es ab: von der Frühzeit und regionalen Bräuchen bis hin zum globalisierten Drogenhandel. Einmal quer durch die Geschichte, einmal rund um die Welt. Die Geschichte der Drogen, schreibt Mike Jay, ist hauptsächlich die Geschichte ihrer Dynamik innerhalb der Gesellschaft, ihrer Kommerzialisierung, ihrer Glorifizierung, ihrer Legalisierung, Illegalisierung und ihrer sozialen Anschlussfähigkeit innerhalb der Gesellschaft.
Warum ist Alkohol bei uns legal, und Marihuana nicht? Welche sozialen Prozesse liegen der Popularisierung und der – in neuerer Zeit – Verdammung des Rauchens zugrunde? Worauf gründet der Erfolg von MDMA? Die Antwort darauf muss in der Gesellschaft gesucht werden, der Begriff »Droge« selbst, die These vertritt Mike Jay, kann nicht medizinisch-chemisch definiert werden. Er muss aus der Gesellschaft, aus dem Gebrauch der Droge heraus definiert werden. Letztendlich aber, schreibt er, »macht nicht der Stoff das Gift – sondern die Dosis.«