Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 07:26

Ulf Krüger: Star Club

29.04.2011

Die tollen Hamburger Popjahre

Untrennbar miteinander verbunden sind die Geschichten der größten Popband der Geschichte und dem berühmten Hamburger Star Club. Hier wurden bekanntermaßen die Fundamente errichtet für die unvergleichliche Karriere der Fab Four. Doch neben den Beatles gastierten hier natürlich viele weitere große Namen und hinterließen ihre Spuren. Mit Star Club. Der bekannteste Beat-Club der Welt fügt Ulf Krüger, ein profunder Kenner der damaligen Szene, einer Vielzahl an Veröffentlichungen ein für eingefleischte wie »normale« Fans gleichermaßen interessantes Highlight zum Thema hinzu. Von TOM ASAM

 

Gerade mal sieben Jahre lang – von 1962 bis 1969 – existierte der berühmt-berüchtigte Club im Rotlichtbezirk auf der Hamburger Reeperbahn. In dieser Zeit traten dabei eine Vielzahl von Künstlern auf, bei deren Aufzählung heutzutage so mancher Pop- und Rockfan sicherlich feuchte Augen bekommen dürfte, angesichts der Tatsache, dass er diese Stars niemals (so hautnah) live erleben durfte. Die Große Freiheit 39, so lautete die Adresse, bedeutete in den ersten Jahren des Star Club vor allem die Freiheit, die großen Rock’n’Roller aus den Vereinigten Staaten aus nächster Nähe zu erleben. Anfang der sechziger Jahre war die kurze Erfolgsphase der überwiegend schwarzen R’n’R-Überflieger in den Staaten schon wieder vorbei, in Europa hingegen war es sicher sensationell, Fats Domino, Bill Haley, Jerry Lee Lewis und Little Richard spielen zu sehen.

 

Der bekannteste Beat-Club der Welt beschreibt die große Aufbruchstimmung in der Hansestadt nach dem Krieg. Mit den Alliierten kam der Jazz (oder auch Jatz, wie der Hamburger sagte), neue Jugendbewegungen folgten. Halbstarke und Studenten, Rocker und Existentialisten, alle saugten ein neues Lebensgefühl auf, in dessen Mittelpunkt bald für viele der Star-Club stand. Die genannten Rock’n’Roller kamen, die Beatles entwickelten sich von einem Haufen frecher Jungs in schwarzem Leder zu den Fab Four und weitere große Namen folgten. Mitte der Sechziger tauchen so namhafte Acts wie Ray Charles, Cream und Jimmy Hendrix auf. Bis ab 1968 das Geschäft immer schlechter lief …

 

Schmökern, Entdecken und Staunen

Der Autor Ulf Krüger hat die Star-Club Zeiten als Drummer verschiedener Formationen hautnah selbst miterlebt. Er ist ein absoluter Beatles-Kenner und hat unter anderem Bücher wie Beatles in Hamburg – Ein kleines Lexikon oder den Beatles Guide Hamburg verfasst.

 

Im vorliegenden Mammutwerk präsentiert er auf 300 Seiten in 49 Kapiteln eine dermaßene Vielzahl an Informationen zum Thema, dass selbst größte Kennern der Materie nicht bereuen werden, dieses Buch in ihre Sammlung aufzunehmen. Ein Unzahl von (teils erstmals veröffentlichten) Photos und Abbildungen von Plakaten, Tickets und diversen Memorabilia ergänzen die informativen Texte und lassen den Leser ein stückweit in die Sechziger Jahre und ihr einmaliges Lebensgefühl eintauchen.

 

Das broschierte Buch bietet im Anhang eine Liste aller jemals im Star Club aufgetretenen Bands und lädt für lange Zeit immer wieder mal zum Schmökern, Entdecken und Staunen ein. Eine absolut lohnenswerte Anschaffung für jeden Pop-Fan!


Flattr this

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...