Eine Fundgrube!
Und das tun sie, die Eigenarten: Sehr deutlich treten sie auf den 165 Seiten, die den Kosmos umschließen, hervor. Das Buch ist aus einer Masse von Einsendungen entstanden, die nach Aufrufen bei der Welt, Welt am Sonntag und Welt kompakt eingegangen waren. Herausgekommen sind 73 »skurrile, komische, ärgerliche oder sonst wie bemerkenswerte, stets aber wahre Geschichten aus dem Bahnfahreralltag«. Reisende aus ganz Deutschland haben sie zusammengetragen, die Handlung spielt meist in Deutschland, aber auch Zugfahrten in Indien, Frankreich, der ehemaligen Sowjetunion, Italien, Polen und Bayern werden festgehalten.
Rührende Geschichten vom Finden der großen Liebe beschreibt das Büchlein, unglaubliche Mittel, einem Viel-und-Laut-Telefonierer die Freude am Wichtigtun zu verderben oder auch die Findigkeit von Bahnangestellten, entlaufene Fracht-Tiere zu ersetzen. Dabei stammen die
meisten Texte nicht von Profi-, sondern von Normalschreibern. Doch das tut der Sache keinen Abbruch: denkwürdig und lustig sind die Geschichten allemal. Vieles von dem, was berichtet wird, kennt der Bahnreisende aus eigener Erfahrung, bei manchen Erlebnissen fragt man sich, ob es so etwas wirklich geben kann. Eine Fundgrube! Mit quasi meditativem Charakter – inspiriert sie doch zur Demut bei jeder künftigen Bahnfahrt. Frei nach dem Motto: »Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.« Ssssänk ju!
