»Set an Mythen«
Filmische Dramaturgie und Dramaturgie des sportlichen Wettkampfs beißen sich
Zugleich folgt die Erzählung des sportlichen Wettkampfs einer eigenen Spannungsdramaturgie. Dem Film entsteht daraus ein Inszenierungsproblem. Denn die Dramaturgie des Sports und die Dramaturgie des Films beißen sich. Dies ist nicht die Quadratur des Kreises, setzt dem Filmemacher trotzdem enge Grenzen. Nicht zuletzt existiert eine breite Kluft zwischen der »systematischen Erwartbarkeit von genrekonformen Erzählen« zum Unvorhersehbaren des Sports.
In der gelungenen Einleitung führen die Autoren den Leser chronologisch von den Anfängen des Films, als die Attraktion der sich bewegende menschliche Körper war, über die Folgezeit, als man begann, Geschichten zu erzählen, bis in die heutige Zeit, wo der Sportfilm festen Genremustern und -regeln sowie typischen Themenfeldern folgt. Die Autoren sprechen von einem »Set an Mythen«. Im Sportfilm sind dies auf der Ebene der Figuren der Außenseiter bzw. Underdog, der junge Rebell oder auch das Talent mit Entwicklungspotential. Auf der Ebene der Motive sind es die Überwindung einer Krise, der soziale Aufstieg, die Selbstüberwindung durch hartes Training oder die Lehrer-Schüler-Beziehung und schließlich auch der Absturz des übermütigen Sportlers.